Titel: Ueber die Vorgänge bei der Türkischrothfärberei; von V. Wartha.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 197/Miszelle 11 (S. 292–293)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj197/mi197mi03_11

Ueber die Vorgänge bei der Türkischrothfärberei; von V. Wartha.

Mit Untersuchungen über die Vorgänge bei der Türkischrothfärberei beschäftigt, konnte ich bis jetzt Folgendes constatiren:

Das eigenthümliche Feuer welches die türkischroth gefärbten Krapp-Artikel auszeichnet, rührt von einer eigenthümlichen Fettsäure-Alizarinverbindung her, welche der Faser nicht stark anhaftet und derselben mit Ligroin und Aether entzogen werden kann. Verdunstet man diese Lösung, so erhält man ein prächtig feurig scharlachrothes Fett, das nur mit starker Kalilauge behandelt oder mit Kali geschmolzen zersetzt wird, und alsdann die charakteristische Alizarinreaction zeigt. Der extrahirte Stoff hat alles Feuer verloren, der Ton zieht mehr in's Kirschrothe und ähnelt ganz den bloß mit Zinnbeizen erzeugten Krappfarben. Mit dem Studium dieser Verbindung bin ich beschäftigt und behalte mir weitere Mittheilungen darüber vor.

Zu meiner kürzlich angegebenen Methode der Darstellung von Pflanzenalizarin64) kann ich noch hinzufügen, daß die vorher mit Ligroin behandelten Stoffe mit Alkohol-Salzsäure ausgezogen und das Pflanzenalizarin aus dieser Lösung schon durch bloßes Verdünnen mit viel Wasser in Form orangegelber Flocken und fast chemisch rein gefällt werden können; dadurch wird das Verfahren noch viel einfacher. Ebenso kann ich mittheilen, |293| daß nach sorgfältiger Vergleichung das Pflanzenalizarin schon zwischen 130 bis 140° C., das synthetische aber erst zwischen 280–300° vollständig sublimirt. Ofen, den 25. Juni 1870. (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft zu Berlin, 1870, Nr. 12.)

|292|

In diesem Bande des polytechn. Journals S. 58 (erstes Juliheft 1870).

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