Titel: Prüfung von Bier auf die Bitterstoffe der Quassia, des Wermuths und des Bitterklees; nach Enders.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 197/Miszelle 15 (S. 295–296)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj197/mi197mi03_15
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Prüfung von Bier auf die Bitterstoffe der Quassia, des Wermuths und des Bitterklees; nach Enders.

Das Vier wird zum Syrup verdunstet, dieser mit starkem Weingeist vermischt, wodurch das Dextrin heraus fällt, das Filtrat zum Extract eingeengt, dieses wieder in starkem Weingeist gelöst, die Lösung zur Entfernung des Zuckers mit Aether vermischt, vom braunen Zuckersyrup abfiltrirt, das Filtrat durch Verdunsten vom Aether befreit, der Rückstand in wässerigem Weingeist aufgenommen und mit Bleiessig ausgefällt.

a) Der Niederschlag enthält das Lupulin nebst Hopfenharz. Er wird abfiltrirt, gewaschen, in Wasser suspendirt, durch Schwefelwasserstoff zersetzt, das entstandene Schwefelblei auf einem Filter gesammelt, mit Weingeist nachgewaschen, die vereinigten Flüssigkeiten zur Trockne gebracht, der Abdampfrückstand mit Chloroform extrahirt, der Lösung Wasser zugesetzt, und das Chloroform wieder ausgetrieben. Was sich dabei ausscheidet, ist Hopfenharz.

Die vom Hopfenharze getrennte wässerige Flüssigkeit liefert, wenn sie Lupulin (Hopfenbitter) enthält, beim Verdunsten einen bitteren, sauer reagirenden, in Weingeist, Aether und Chloroform löslichen Rückstand, dessen wässerig-weingeistige Lösung durch Bleiessig gesällt wird, mit Gerbsäure keinen Niederschlag und mit ammoniakalischer Silberlösung keinen Silberspiegel gibt.

b) Die von dem durch Bleiessig entstandenen Niederschlage getrennte Flüssigkeit wird mittelst Schwefelwasserstoffs vom überschüssigen Blei befreit, der freie Schwefelwasserstoff durch Erwärmen ausgetrieben, eine wässerige Gerbsäure zugesetzt, der hierdurch erzeugte Niederschlag (worin die übrigen drei Bitterstoffe, wenn sie vorhanden sind, seyn müssen) gesammelt, mit Bleiweiß zusammen gerieben, eingetrocknet, mit Weingeist ausgekocht, das Filtrat zur Trockne gebracht und mit reinem Aether extrahirt.

α) Der ätherische Auszug wird eingetrocknet. Der Rückstand ist Absinthiin, wenn er folgende Merkmale besitzt: Löslichkeit in Weingeist, sowie in viel heißem Wasser; die wässerige Lösung fällbar durch Gerbsäure, nicht durch Bleieisig; mit concentrirter Schwefelsäure angerührt und mit Wasser vorsichtig versetzt, blauviolette Färbung; mit ammoniakalischer Silberlösung versetzt und gekocht, Silberspiegel.

β) Der bei der Behandlung mit Aether unlöslich gebliebene Körper, löslich in Weingeist, fällbar durch Gerbsäure, nicht durch Bleiessig, ist Menyanthin, wenn beim Erwärmen mit ammoniakalischer Silberlösung ein Silberspiegel, dagegen Quassiin, wenn dabei kein Silberspiegel entsteht. Im ersteren Falle bleibt allerdings noch unentschieden, ob neben dem Menyanthin etwa auch Quassiin zugegen ist. (Vierteljahresschrift für praktische Pharmacie.)

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