Titel: Ueber das sogen. salpetersaure Eisen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 197/Miszelle 7 (S. 289–290)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj197/mi197mi03_7

Ueber das sogen. salpetersaure Eisen.

Das sogen. salpetersaure Eisen ist bekanntlich eine dunkelbraune, ölige Flüssigkeit, welche die Seiden- und Baumwollfärber für schwarze, blaue und grüne Farben benutzen, namentlich um die Stoffe bei dem Färben zugleich schwerer zu machen. Das Hauptagens in dieser Lösung ist Eisenoxyd. Man gewinnt sie durch Eintragen von 6 At. Eisenvitriol in ein Gemisch von je 1 At. Schwefelsäure und Salpetersäure, Kochen der erhaltenen Lösung, Absetzenlassen des dabei entstehenden Niederschlages und Abziehen |290| der Lösung. E. Lenssen (Fresenius' Zeitschrift für analytische Chemie) untersuchte drei solche im Handel vorkommende Lösungen; sie hatten alle ein specif. Gewicht von 50° Baumé, enthielten aber nur 1,12 dis 2,18 Proc. Salpetersäure, ein Präparat war sogar ganz frei von Salpetersäure. Hauptsächlich enthielten die Lösungen Eisenoxyd (18,04 bis 20,10 Proc.) und Schwefelsäure (19,74 bis 23,3 Proc.), beide kommen in solchem Verhältniß vor, daß die beiden Salze Fe²O³, 3 SO³ und Fe²O³, 2 SO³ angenommen werden müssen. Gerade den Gehalt an den beiden Sulfaten des Eisenoxydes hält Lenssen für charakteristisch und nothwendig. Das neutrale Eisenoxydsulfat aber fällt aus concentrirten Lösungen als weißes Pulver nieder, es muß daher eine bestimmte Menge Eisenvitriol vorhanden seyn, um das neutrale Sulfat des Eisenoxydes in Lösung zu halten. Auf der anderen Seite vermindert Eisenvitriol die Löslichkeit des basischen Sulfates vom Eisenoxyd. Deßhalb ist es geboten, bei der Darstellung des Präparates den Eisenvitriol portionenweise zuzusetzen, einen Ueberschuß zu vermeiden und erst wenn die Lösung nach dem Kochen sich geklärt hat, durch Digeriren derselben mit metallischem Eisen etwas Eisenoxyd zu Eisenoxydul zu reduciren. Am besten ist das Präparat, wenn es Eisenoxyd und Schwefelsäure in dem Verhältnisse von 2: 5 enthält. In der Praxis haben sich folgende Mengen bei der Darstellung bewährt: 18 Thle. Wasser, 6 Thle. Schwefelsäure von 66° Baumé, 7 bis 8 Thle. Salpetersäure von 35° Baumé. In dieses Gemisch trägt man allmählich 38 Thle. Eisenvitriol ein. (Deutsche Industriezeitung, 1870, Nr. 29.)

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