Titel: Verfahren zur Darstellung von Bläupapier.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 197/Miszelle 13 (S. 463)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj197/mi197mi05_13

Verfahren zur Darstellung von Bläupapier.

Zum Bläuen von Wäsche stellen Forbes, Born und Comp. in London (Finsbury, Southplace 2) nach dem Patente von H. B. Binks Bläupapier auf folgende Weise dar: 3 Gewichtstheile bester, fein gemahlener Indigo werden in 11 Theilen Schwefelsäure gelöst, die Lösung drei Tage lang stehen gelassen, darauf pro Pfund Indigo 20 Pfd. Wasser und 5 Pfd. Kuhhaare zugesetzt, das Ganze drei Stunden lang oder bis zum Auftreten einer grünlichen Farbe gekocht und dann 24 Stunden lang stehen gelassen. Darauf werden die Haare herausgenommen, in klarem, kaltem Wasser gewaschen, bis eine schöne blaue Farbe entsteht, und dann in 100 Pfd. Wasser gekocht, indem man während des Kochens auf 1 Pfd. Indigo 10 Pfd. Potasche zusetzt. Das Ganze wird nun filtrirt, auf das halbe Volumen eingedampft und 36 Stunden lang stehen gelassen. Es haben sich dann zwei Flüssigkeiten gebildet, von denen die obere, dünnere zur Bereitung blauer Tinte verwendet werden kann, während die untere, Indigcarmin enthaltende, in ein großes flaches Gefäß gebracht und pro Pfund Indigo mit 1 Unze Glycerin versetzt wird. In diese Flüssigkeit wird ungeleimtes Papier eingetaucht, welches in wenigen Minuten den Farbstoff aufnimmt. Nach dem Trocknen und Pressen ist das Papier zum Gebrauch fertig. (Deutsche Industriezeitung.)

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