Titel: Ueber die Darstellung von Bromnatrium; von Castelhaz.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 197/Miszelle 6 (S. 457–458)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj197/mi197mi05_6

Ueber die Darstellung von Bromnatrium; von Castelhaz.

Nach Castelhaz wird gegenwärtig das Bromnatrium vielfach statt des Bromkaliums zu medicinischen Zwecken verwendet, da es wirksamer ist als das letztere und rascher absorbirt und regelmäßiger eliminirt wird. Um Bromnatrium in größeren Quantitäten rein darzustellen, empfiehlt derselbe folgendes Verfahren. Man stellt |458| mittelst Broms zunächst Bromammonium dar und trennt das wesentlich leichter lösliche Jodammonium durch Krystallisation von demselben. Das Bromammonium wird darauf durch eine äquivalente Menge caustischen oder kohlensauren Natrons zersetzt. Letzteres muß frei von Schwefelsäure und Chlor seyn. Die Lösung des gebildeten Bromnatriums gibt während des Einkochens kleine würfelförmige Krystalle von wasserfreiem Salz. Dieses Verfahren, welches, ebenso wie die Zersetzung der Bromüre des Zinkes oder Eisens mittelst kohlensauren Alkalis, unmittelbar ein von bromsaurem Salz freies Präparat liefert, gewährt vor dieser Methode den Vortheil, einen geringeren Bromverlust zu veranlassen, da keine Niederschläge entstehen, welche in Folge unvollständigen Auswaschens Bromnatrium zurückhalten.

Behufs der Darstellung des Bromammoniums bringt man das Brom tropfenweise zu reinem, verdünntem Ammoniak. Da die hierbei eintretende, sehr lebhafte Reaction eine starke Wärmeentwickelung veranlaßt, so können mit dem entweichenden Stickstoff leicht Ammoniak und Brom weggeführt werden. Man beugt jedoch dem vor, indem man die Operation in steinernen Woulf'schen Flaschen vornimmt, durch welche die vollständige Condensation der Dämpfe bewirkt werden kann. Das Verdampfen der Flüssigkeit bewirkt man in einer mit thönerner Vorlage versehenen eisernen Retorte. In ersterer verdichtet sich Ammoniak und etwa übergehendes Bromammonium. Auch die Zersetzung des Bromammoniums mit kohlensaurem Natron wird zweckmäßig in einer eisernen Retorte vorgenommen, welche behufs der Condensation des Ammoniaks oder kohlensauren Ammoniaks mit geeigneten Vorlagen verbunden ist. (Comptes rendus, t. LXX p. 1050; Mai 1870.)

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