Titel: Einfache Gewinnungsweise von Naphtylaminsalzen; von Professor Dr. Böttger.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 197/Miszelle 7 (S. 458)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj197/mi197mi05_7

Einfache Gewinnungsweise von Naphtylaminsalzen; von Professor Dr. Böttger.

Salzsaures Naphtylamin gewinnt man, meinen Beobachtungen zufolge, überaus leicht, indem man Nitronaphtalin in einem Glaskolben in der Siedhitze in der nöthigen Menge 80procentigen Weingeistes löst, hierauf ein dem Weingeist gleiches Volumen Salzsäure von 1,1 spec. Gewicht und eine Anzahl Zinkblechstreifen zusetzt, den Inhalt des Kolbens nochmals bis zum Sieden erhitzt und dann ruhig das Gefäß hinstellt. Sobald der Kolbeninhalt wasserklar erscheint und bereits etwas erkaltet ist, schüttet man ihn in eine Porzellanschale, die man mit einer Holzplatte bedeckt. Nach Verlauf von ungefähr 12 Stunden ist in der Flüssigkeit alles salzsaure Naphtylamin in warzenförmigen Krystallen angeschossen. Wendet man, statt der Salzsäure, auf gleiche Weise verdünnte Schwefelsäure an, so erhält man das schwefelsaure Salz in Krystallen.

Als Vorlesungsversuch, zur Demonstration einer leicht auszuführenden Sublimation, ist nichts geeigneter, als die Vornahme einer solchen von eben genanntem salzsauren Naphtylamin. Ich Pflege dabei auf folgende Weise zu verfahren: Ich nehme ein circa 1 Quadratfuß großes Stück dicke Pappe, bringe darin mittelst eines Durchschlags ein zirkelrundes Loch an, in welches ich ein kleines, dünnwandiges, mit etwa 1 oder 2 Grm. gewöhnlichem, unreinem, aber völlig trockenem salzsauren Naphtylamin gefülltes Porzellantiegelchen einsetze, stelle hierauf die Pappscheibe mit dem Tiegelchen auf einem Dreifuß über ein gewöhnliches kleines Bunsen'sches Gaslämpchen, überdecke das Tiegelchen mit einer weiten und hohen Glasglocke, und erhitze dann den Inhalt des Tiegelchens mit einem ganz kleinen kaum sichtbaren Flämmchen. In ganz kurzer Zeit sublimirt dann das Naphtylaminsalz in der Gestalt außerordentlich lockerer schneeweißer Flocken massenhaft und mit großer Leichtigkeit, sich theilweis an die Innenwände der Glasglocke anlegend, theilweis auf die Pappscheibe ablagernd. (Jahresbericht des physikalischen Vereines zu Frankfurt a. M. für 1868–1869, Mai 1870.)

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