Titel: Spritzdruck auf Tuch.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 197/Miszelle 14 (S. 547)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj197/mi197mi06_14

Spritzdruck auf Tuch.

Gewisse Tuchsorten pflegt man mit feinen, von der Farbe des Tuches grell abstechenden Pünktchen zu bedecken, die mit Hülfe seidener Fädchen eingewebt werden. Man hat angefangen, diese Art Verzierung auch für ordinäre Tuche anzuwenden, indem man die Pünktchen nicht einwebt, sondern durch Oeldruck hervorbringt. Das Aufbringen der Pünktchen geschah mit Hülfe einer Spritzvorrichtung, welche die Oelfarbe außerordentlich fein vertheilt über das Tuch hinspritzt. Der Apparat besteht aus einem Blechkasten, welcher überall geschlossen und nur an der Vorderseite offen ist. Auf den Boden des Kastens bringt man die Oelfarbe, und in diese taucht eine kleine rotirende Bürste, welche parallel der offenen Vorderseite im Kasten liegt und mit Hülfe einer Kurbel an der Seile gedreht werden kann. Die Haare der Bürste laufen, nachdem sie sich mit Oelfarbe getränkt haben, gegen eine kleine Schneide und spritzen so die aufgenommene Oelfarbe in ganz feinen Tröpfchen aus dem Kasten heraus. Auf der Rückseite des Kastens ist eine Handhabe angebracht, an welcher man mit der linken Hand den Kasten festhält, während die rechte die Kurbel dreht. Auf diese Weise kann man den Staubregen von Farbe nach Belieben über das auf einen Tisch ausgebreitete Tuchstück dirigiren. Will man zwei Farben aufbringen, so wird nach dem Aufspritzen der ersten Farbe eine zweite darüber gespritzt. (Musterzeitung für Färberei etc.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: