Titel: Bleicherei der Schwämme.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 197/Miszelle 15 (S. 547–548)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj197/mi197mi06_15
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Bleicherei der Schwämme.

Zum Bleichen der gelben Badeschwämme benutzt man die schweflige Säure, da das Chlor das Material zu stark angreift.

Zu diesem Zweck legt man die zu bleichenden Schwämme in verdünnte Salzsäure ein, welche auf 4 Quart gewöhnlicher Salzsäure immer 6 Quart Wasser enthält.

In diesem Bade entwickeln sich aus den Schwämmen Gasblasen von Kohlensäure. Dieß rührt daher, daß die Schwämme immer kleine Quantitäten kohlensauren Kalkes enthalten, welcher durch die Salzsäure zerlegt wird. So lange sich noch Gasblasen entwickeln, bleiben die Schwämme in der verdünnten Salzsäure liegen.

Man legt dann die Schwämme in reines Wasser, drückt sie in demselben mehrfach aus und erneuert das Wasser von Zeit zu Zeit.

Die Waare kommt nun in ein Bad, welches man aus 2 Pfd. unterschwefligsaurem Natron, 12 Pfd. Wasser und 2 Pfd. Salzsäure zusammengesetzt hat. Die Salzsäure macht aus dem unterschwefligsauren Natron schweflige Säure frei, welche zum Bleichen des Schwammes dient.

Man läßt die Schwämme etwa zwei Tage in dem letzten Bade und bedeckt dasselbe möglichst gut, um ein Ausströmen des schwefligsauren Gases an die Luft zu verhindern.

Man spült nochmals. Sind die Schwämme noch nicht weiß genug geworden, so gibt man ein neues Bad aus unterschwefligsaurem Natron, dem man aber in diesem Falle, ohne die oben angegebenen Mengen Wasser und Salzsäure zu verändern, 4 Pfd. des Natronsalzes hinzusetzt.

An Stelle des unterschwefligsauren Natrons (Antichlor), welches man allerdings gewöhnlich zur Hand hat, läßt sich mit noch größerem Vortheil das doppelt-schwefligsaure Natron verwenden; die Art der Benutzung dieses Salzes ist dieselbe wie beim Antichlor. (Musterzeitung für Färberei etc., 1870, Nr. 30.)

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