Titel: Ueber die Verwendung des wolframsauren Natrons zu einer elastischen Masse.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1870, Band 197/Miszelle 8 (S. 544–545)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj197/mi197mi06_8
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Ueber die Verwendung des wolframsauren Natrons zu einer elastischen Masse.

Nach Sonnenschein erhält man eine elastische, kautschukartige Masse durch Zusammenbringen von wolframsaurem Natron mit einem Proteinkörper. Fügt man nämlich zu Leim Wolframsäure oder wolframsaures Natron und dann Salzsäure, so schlägt sich eine Verbindung von Wolframsäure mit Leim nieder, welche bei + 30 bis 40°C. so elastisch ist, daß man ganz dünne Platten daraus ziehen kann. Die beim Erkalten erstarrende Masse wird brüchig und fest, läßt sich aber durch Wärme wieder plastisch und knetbar machen. Es wurde dieses Mittel statt des theuren Eiweißes dazu verwendet, die Baumwolle damit zu animalisiren, sie der Wolle ähnlich und dann mit Anilinfarben färbbar zu machen. Auch zum Gerben und zum Schutz der leimgebenden Gewebe vor Verwesung ist der Körper versucht worden. Das Leder war zwar sehr dauerhaft, wurde aber steinhart, was die Anwendung zur Fußbekleidung beeinträchtigt. – Eine als Kitt zu verwendende Masse entsteht, wenn man zu Gelatinelösung wolframsaures Natron und Salzsäure setzt und den Niederschlag erwärmt, worauf derselbe plastisch wird.

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