Titel: Steinsalzbohrungen in Preußen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1871, Band 199/Miszelle 11 (S. 75–76)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj199/mi199mi01_11

Steinsalzbohrungen in Preußen.

Seitdem die mächtigen Salzlager zu Staßfurt in der Provinz Sachsen das rasche Emporblühen einer großartigen Industrie in der dortigen Gegend veranlaßten, hat man im preußischen Staate einige weitere wichtige Erbohrungen von Steinsalz gemacht.

Auf Vorschlag von Berghauptmann Huyssen wurde am 15. März 1867 bei Sperenberg, etwa 6 Meilen südlich von Berlin, ein Bohrloch angesetzt. Mit demselben erreichte man nach Durchbohrung von Gyps und Anhydrit, am 18. October desselben Jahres bei 280 Fuß Tiefe ein Steinsalzlager. Ende Juli 1870 hatte das Bohrloch eine Tiefe von 3242 Fuß und ist bis dahin ununterbrochen in Steinsalz betrieben worden, so daß eine Mächtigkeit des Steinsalzlagers von 2962 Fuß nachgewiesen |76| ist. In einer Entfernung von etwa 330 Lachtern vom ersten Bohrloche wurde ein zweites Bohrloch angesetzt und am 17. August 1870 Steinsalz 369 Fuß tief getroffen. Es geht hieraus hervor, daß das Sperenberger Lager, welches die Verticalmächtigkeit der bis jetzt bekannten Steinsalzlager weit übertrifft, auch in horizontaler Richtung eine bedeutende Ausdehnung besitzt.

Ferner wurde bei Segeberg im Holsteinischen Steinsalz nachgewiesen. Das dort betriebene Bohrloch erreichte eine Tiefe von 490 Fuß, bei welcher es bereits 24 Fuß tief in Steinsalz anstand. Da man an dem weiteren Niederbringen durch einen Bruch des Bohrwerkzeuges gehindert war, so setzte man im Mai vorigen Jahres eine halbe Stunde östlich von Segeberg bei dem Dorfe Stipsdorf ein zweites Bohrloch an. In demselben ist am 3. Mai 1870 in einer Tiefe von 310 Fuß ein Steinsalzlager, welches aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem bei Segeberg im Zusammenhang steht, aufgefunden worden. Ende Mai hatte dieses Bohrloch eine Ttiefe von 333 Fuß 10 Zoll erreicht und stand noch im Steinsalz an. Die aus demselben zu Tage geförderten Steinsalzbrocken zeigten sich von vorzüglicher Reinheit. (Nach dem k. preuß. Staatsanzeiger.)

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