Titel: Ueber die Reinigung des Chloralhydrats; von F. A. Flückiger.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1871, Band 199/Miszelle 15 (S. 77–78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj199/mi199mi01_15

Ueber die Reinigung des Chloralhydrats; von F. A. Flückiger.

Durch Umschmelzen und Destilliren des Chloralhydrates lassen sich die letzten Spuren von Verunreinigungen desselben nicht leicht entfernen, und man erhält so immer nur ein unansehnliches Präparat. Das Umkrystallisiren führt allein zum Ziele. Wasser, Weingeist und Aether eignen sich dazu nicht gut, weil in ihnen das |78| Chloralhydrat zu leicht löslich ist. Besser geeignet sind Chloroform und Benzol, noch besser Terpenthinöl, welches die schönsten Tafeln und Blätter liefert, wenn 1 Th. Chloralhydrat in ungefähr 5 bis 6 Th. Terpenthinöl bei 30 bis 40° C. gelöst wird, und die Flüssigkeit langsam erkaltet. Auch Petroleumäther löst bei gelindem Erwärmen diel Chloralhydrat und läßt es bei geringer Temperaturerniedrigung wieder auskrystallisiren, zu rasch jedoch, um das Auftreten ansehnlicher Krystalle zu gestatten. Das vorzüglichste Lösungsmittel ist Schwefelkohlenstoff. Bei 15 bis 18° C. erfordert 1 Th. Chloralhydrat 45 Th. Schwefelkohlenstoff; aber bei Temperaturen welche noch unter dem Siedepunkt des Schwefelkohlenstoffes liegen, genügen 4 bis 5 Theile. Läßt man langsam erkalten, so erhält man die schönsten, bisweilen zolllangen Prismen, welche an der Luft rasch den letzten Rest von anhängendem Lösungsmittel verlieren. Diese Krystalle beginnen bei 49° C. zu schmelzen, in größerer Menge erst bei 53°. Nicht gut krystallisirte Proben von Chloralhydrat schmelzen bei niederer Temperatur. Den Siedepunkt (Thermometerfaden ganz in Dampf gehüllt) fand der Verf. bei 97,5°. Der Verf. empfiehlt, für die medicinische Anwendung nur das ganz reine, gut krystallisirte Präparat zuzulassen. (Neues Jahrbuch für Pharmacie, Bd. XXXIII S. 200.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: