Titel: Ueber die Straßenbesprengung mit Chlorcalcium
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1871, Band 199/Miszelle 9 (S. 74–75)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj199/mi199mi01_9

Ueber die Straßenbesprengung mit Chlorcalcium

und anderen zerfließlichen Chlorsalzen wurden zuletzt im Jahrgang 1870 des polytechn. Journals, Bd. CXCVII S. 546 einige Mittheilungen gemacht; wir schließen |75| an dieselben die Notiz an, daß diese Methode während der Jahre 1869 und 1870 in London in größerem Maaßstab zur Anwendung gekommen ist, nachdem einige vorläufige Versuche in Liverpool und anderen Städten sehr gute Resultate ergeben hatten. Es wurden dabei durch tägliche Verwendung von 30 Ctrn. Chloride, welche 25 Thlr. kosteten, zehn einspännige, von je einem Arbeiter bediente Wasserkarren erspart, deren tägliche Kosten sich auf 30 Thlr. stellten, sowie das von diesen zu liefernde Wasser, nämlich 87,500 Gallons à 4,5 Liter, die in London 24 1/3 Thaler kosten, so daß die gesammte tägliche Ersparniß 29 1/3 Thlr. betrug. Als ein weiterer Vortheil wird hervorgehoben, daß das Chlorcalcium auf das kohlensaure Ammoniak, welches aus dem faulenden Pferdemist entsteht, zersetzend einwirke. Um überhaupt dem gesundheitsschädlichen Einflusse solcher faulender organischer Stoffe, die sich auf den Straßen ansammeln, entgegenzuwirken, hat man in mehreren englischen Städten Carbolsäure und andere Desinfectionsmittel in Anwendung gebracht: in neuester Zeit glaubt man ein besonderes entsprechendes Mittel für diesen Zweck in dem von Prof. Gamgee hierfür vorgeschlagenen wasserhaltigen Aluminiumchlorid (sogen. Chloralaun) gefunden zu haben, das außerdem auch nur 1/3 so viel kostet wie Carbolsäure. Dieser Körper soll nun nach einem Vorschlag von W. J. Cooper auch den zur Straßenbesprengung benutzten Chloriden zugesetzt werden. (Deutsche Industriezeitung, 1870, Nr. 47.)

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