Titel: Darstellung blauer Bronzefarbe nach C. Conradty in Nürnberg.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1871, Band 199/Miszelle 7 (S. 157–158)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj199/mi199mi02_7
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Darstellung blauer Bronzefarbe nach C. Conradty in Nürnberg.

Das bisher übliche Verfahren in der Bronzefarben-Fabrication auch schöne blaue Nüancen, durch Erhitzen mittelst Anlauffarben zu erzielen, hat bis jetzt zu keinen befriedigenden Resultaten geführt, indem man nur wenig lebhafte oder bei der weiteren Verwendung des Fabricates wenig haltbare Farbentöne erzielte.26) Nach C. Conradty läßt sich dagegen eine schöne blaue Bronzefarbe auf nassem Wege durch Färben von weißer Bronze mittelst Anilinblau's herstellen.27) Auf die gewöhnliche Art und Weise aus reinem englischen Zinn erzeugte weiße Bronzefarbe wird in einer Alaunlösung (1 Loth Alaun auf 3 Maaß = 6 Pfd. Wasser) fünf Stunden lang gekocht, dann rein ausgewaschen und getrocknet. Hierauf folgt die eigentliche Färbung, indem man die weiße Bronze in einer Porzellanschüssel mit einer Lösung von Anilinblau (1 Loth Anilinblau in 1 1/2 Maaß Spiritus gelöst) übergießt und so lange herumrührt bis die Bronze trocken ist. Diese Manipulation muß 6–8mal wiederholt werden, bis man die gewünschte blaue Farbe erhält. Ist die Bronze dunkel genug, so wird dieselbe in warmem Wasser ausgewaschen und ehe sie ganz trocken ist, auf 2 Pfd. Bronze ein Eßlöffel voll Erdöl gegossen, welches man innig damit vermengt. Zur Entfernung des Erdölgeruches setzt man die fertige Bronze einige Tage lang der Luft aus. (Bayerisches Patent vom 5. August 1869. – Aus dem bayerischen Industrie- und Gewerbeblatt, 1870 S. 367.)

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Bechmann's Verfahren zur Darstellung blauer Bronze wurde im polytechn. Journal, 1861, Bd. CLX S. 217 mitgetheilt.

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In gleicher Weise werden bekanntlich auch durch Färben die hübschen Glimmerbronzen erzeugt, welche seit einigen Jahren Fr. Rotter in Amberg, Piller in Wien und Schwartze in London fabrikmäßig darstellen; man s. die bezügliche Mittheilung im polytechn. Journal, 1869, Bd. CXCIII S. 427.

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