Titel: Nairn's patentirte Berg-Locomotive.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1871, Band 199/Miszelle 2 (S. 330–331)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj199/mi199mi04_2

Nairn's patentirte Berg-Locomotive.

Dieselbe hat innenliegende Cylinder von 17 1/2 Zoll Durchmesser und 16 Zoll Kolbenhub, einen 10 Fuß langen cylindrischen Kessel. Die Feuerbüchse ist oben so kurz, daß die Locomotive selbst auf Gefällen von 1 : 9 vor- oder rückwärts fahren kann, ohne daß bei gewöhnlicher Höhe des Wasserstandes der Plafond der Feuerbüchse oder die Röhren von Wasser entblößt werden. Drei gekuppelte Achsen, Achsenstand 7 Fuß, Raddurchmesser 3 Fuß 2 Zoll; die Achsen ragen über die gewöhnlichen Räder beiderseits vor und tragen daselbst 2 Fuß 4 Zoll im Durchmesser haltende 14 Zoll breite Steigräder, deren Laufkränze mit Seilen umwunden sind; sie stecken jedoch nur lose auf den Achsen und werden von mit diesen in Verbindung stehenden Bremsen mitgenommen. Bei den starken Steigungen sind ferner neben den Schienen Langschwellen gelegt, welche mit schmiedeeisernen Platten überzogen sind, die querüber mit |331| 1/4 Zoll tiefen wellenförmigen Aushöhlungen in abwechselnden Reihen versehen sind. Auf horizontalen Strecken oder leichten Steigungen geht nun die Locomotive auf den gewöhnlichen Treibrädern, bei den starken Steigungen jedoch laufen die Steigräder über sanfte Anläufe auf die erwähnten Langschwellen und bewegen die Maschine allein weiter, da die Treibräder dann etwas über die Schienen gehoben und außer Eingriff sind. Die breiten elastischen Laufflächen der Steigräder haften so fest auf den Wellen der Flachschine, daß ein Schleifen niemals vorkommt. Die Maschine wiegt dienstbereit 22 Tonnen; jede Achse ist mit nur 147 Centner belastet, und es können daher leichtere Schienen verwendet werden. Die Maschine soll eine Last von 30 Tonnen, oder mit ihrem Eigengewicht 52 Tonnen über Steigungen von 1 : 9 befördern können. (Engineer vom 4. November 1870; aus der Zeitschrift des österreichischen Ingenieur- und Architektenvereines, zweites Januarheft 1871, S. 20.)

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