Titel: Ueber eine einfache Methode, Papier zu räuchern und Zeichnungen zu copiren; von Dr. H. Vogel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1871, Band 199/Miszelle 3 (S. 331)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj199/mi199mi04_3

Ueber eine einfache Methode, Papier zu räuchern und Zeichnungen zu copiren; von Dr. H. Vogel.

Die Anwendung von gesilbertem und nachher gewaschenem Albuminpapier gibt eine einfache Methode an die Hand, Positive oder Negative zu copiren, die namentlich für den Techniker und Liebhaber von Interesse ist, denen nicht die Hülfsmittel eines Atelier zu Gebote stehen. Besagtes Papier ist bekanntlich wochenlang haltbar, es wird erst durch Räuchern mit Ammoniak hinreichend lichtempfindlich und gibt dann ebenso kräftige Bilder, als gewöhnlich gesilbertes Albuminpapier So einfach das Räuchern an sich ist, so ist es dennoch zeitraubend und erfordert Vorrichtungen von Räucherkästen oder Schränken. Ich habe dieses Räuchern auf einfache Weise vermieden durch Einbringen von kohlensaurem Ammoniakpulver (Hirschhornsalz) in den Copirrahmen. Man legt das Negativ mit dem gewaschenen Papier ein und darauf einen Bogen Fließpapier und darüber eine Decke von Filz oder dickem Tuch, welches oben mit Hirschhornsalz gleichmäßig bestreut, resp. eingerieben worden ist. Man legt einen Deckbausch auf und schließt den Rahmen wie gewöhnlich. Das Copiren geht sofort von statten. Einmaliges Einstreuen von Hirschhornsalz genügt für eine ganze Reihe von Copien.

Ich habe gewaschenes Papier und Hirschhornsalz mit Erfolg zum Copiren von kleinen complicirten Zeichnungen in wissenschaftlichen Werken benutzt. Man klemmt das Original mit aufgelegtem gewaschenen Papier und hinterliegendem Ammoniakbausch mit Klammern zwischen zwei Glastafeln und legt es an das Fenster. Man erhält auf diese einfache Weise ein Bild weiß auf schwarzem Grunde mit allen Details. Das fertige Bild ist bei Abwesenheit von Ammoniak nur wenig lichtempfindlich. Will man es längere Zeit aufbewahren (was oft nicht nöthig ist), so fixirt man es mit Natron. Ich habe gedachte einfache Vorrichtungen schon mehrfach mit mir genommen und in Bibliotheken photographisch Copien am Fenster gemacht, während ich mit Nachlesen beschäftigt war. (Photographische Mittheilungen, Februar 1871, S. 272.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: