Titel: Ueber Prüfung des Saffrans auf Verfälschungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1871, Band 199/Miszelle 7 (S. 333–334)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj199/mi199mi04_7

Ueber Prüfung des Saffrans auf Verfälschungen.

Der Saffran unterliegt gegenwärtig sehr bedeutenden Verfälschungen, denen man um so mehr Aufmerksamkeit zuwenden muß, als die Natur und die Ausdehnung derselben sogar erfahrenen Droguisten nicht völlig bekannt sind. In einer Besprechung dieser Verhältnisse in dem „neuen Jahrbuch für Pharmacie“ bemerkt D. Hanbury, daß er keine Prüfungsmethode des Saffrans für erfolgreicher halte, als das Aufstreuen einer sehr kleinen Prise auf die Oberfläche eines Glases mit warmem Wasser. Der Griffel des Saffrans dehnt sich sofort aus und nimmt eine so charakteristische Gestalt an, daß er nicht verwechselt werden kann mit der Blüthe von Safflor, Calendula oder Arnica, oder mit den Staubfäden des Crocus selbst. Bei der Ausführung dieser einfachen Untersuchung beobachtete Hanbury, daß ein eben von ihm gekaufter Saffran mit einem schweren erdigen Pulver behandelt worden war, das sich schnell von den leichten Narben trennte und auf den Boden des Glases niederfiel. Nach Sammlung und Prüfung des Pulvers ergab sich, daß es kohlensaurer Kalk war, der an die Fasern des Saffrans fixirt worden war, ohne dessen allgemeines Aussehen irgend zu verändern. Um die Quantität der betrügerisch zugesetzten erdigen Beimischung zu bestimmen, wurden verschiedene Saffranproben eingeäschert, nachdem dieselben zuvor |334| im Luftbad so lange getrocknet worden waren, bis keine Gewichtsabnahme mehr stattfand. Die von 8 Proben erhaltenen Resultate waren folgende:

Nr. 1 Herkunft unbekannt, rein 5,90 Proc. Asche
2 4 48
3 Valencia 4,41
4 5,20
5 Alicante verfälscht 21,22
7 28,01
8 15,36

Probe Nr. 2 ist von ausgezeichneter Qualität. Probe Nr. 3, sogen. Valencia, war zwar unverfälscht, aber nicht besonders fein. Bei Probe Nr. 7 war die Verfälschung mit dem Auge wahrnehmbar, eine Menge der Fäden war überdeckt mit einem orange gefärbten erdigen Pulver. – Um eine solche Verfälschung nachzuweisen, empfiehlt Hanbury folgende Methode: Man bringe in ein Uhrglas etwa einen Gran Saffran, gieße darauf 8 bis 10 Tropfen Wasser und drücke den Saffran mit der Fingerspitze so, als ob man ihn anfeuchten wollte. War die Drogue frei von erdiger Beimischung, so wird sofort eine klare hellgelbe Lösung erhalten; war sie verfälscht, so schlägt sich ein weißes Pulver nieder, welches die Flüssigkeit trübt und bei Zugabe von einem Tropfen Salzsäure Aufbrausen verursacht. Der Saffran enthält immer einige beim Sammeln zufällig hinzugekommene Staubfäden, aber der Pollen derselben, welcher beim Einweichen abgesondert wird, ist sehr wenig und läßt sich vom kohlensauren Kalk durch sein Verhalten zu Salzsäure, wie auch durch die Form der Körner. mikroskopisch leicht unterscheiden. (Deutsche Industriezeitung, 1871, Nr. 5.)

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