Titel: Schienenreiniger bei Locomotiven.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1871, Band 199/Miszelle 1 (S. 422)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj199/mi199mi05_1

Schienenreiniger bei Locomotiven.

Zur Vermeidung des sogenannten Schleifens der Treibräder von Locomotiven beim Befahren von Steigungen und feuchtem Schienengeleise, wird bekanntlich Sand auf die Schienen gestreut. Da nun sämmtliche Laufräder der nachfolgenden Fahrzeuge über die größere Reibung darbietenden Geleise laufen müssen, so wird hierdurch nicht allein ein vermehrter Kraftbedarf zum Fahren, sondern auch eine größere Abnutzung der Schienen und Räder unvermeidlich.

Man versuchte schon allerlei, den Sand sofort nach dem Passiren der gekuppelten Locomotivräder von den Schienen wieder zu entfernen, aber bis jetzt ohne Erfolg.

Die Amerikaner Ortiz und Valladare entfernen nun – wie es scheint mit recht praktischem Erfolg – den Sand durch Dampf und führen deßhalb zu diesem Zweck links und rechts ein enges, nur 1/16 Zoll weites Röhrchen vom Dampfkessel in der Nähe der Probirhähne bis hinter die letzten Treibräder der Locomotive, wo jedes Röhrchen nahe dem Schienenstrange endet. Oeffnet der Locomotivführer beim Befahren einer Steigung, woselbst zur Vermehrung der Adhäsion der Treibräder Sand gestreut werden muß, den Hahn dieser Dampfleitung, so wird der Sand von den Schienen weggefegt, ehe die Laufräder auf die mit Sand bestreuten Schienentheile gelangen, wodurch jeder Reibungsverlust vermieden wird, so daß die Kosten des verbrauchten Dampfes mehr als ersetzt werden. (Nach dem Engineering and Mining Journal, October 1870, S. 225.)

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