Titel: Vermeidung der Nachtheile von Metallkesseln beim Färben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1871, Band 199/Miszelle 16 (S. 431)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj199/mi199mi05_16

Vermeidung der Nachtheile von Metallkesseln beim Färben.

Um in Messingkesseln Scharlach auf Wolle, sowie andere Farben färben zu können, bei welchen das Messing durch Säure angegriffen würde, setzt man nach einer Mittheilung in Reimann's Färberzeitung der Zinnsolution auf je 10 bis 15 Pfd. Wolle 1/2 Loth Quecksilbersublimat zu und wartet ab, bis der Kessel silberweiß schimmert. Man färbt dann wie gewöhnlich. Beim Färben löst sich nach und nach der Quecksilberbeschlag ab. Man erreicht also auf diese Weise das Färben in einem Quecksilberkessel, denn das Messing wird von dem Quecksilber ganz überdeckt, welches sich darauf niederschlägt. Man kann in Folge dessen an vielen Stellen statt Kupfer- und Zinnkesseln mesfingene anwenden, welche ungleich billiger sind; ferner wird es auch möglich seyn, die Zinnkessel zu sparen, welche für manche Zwecke nothwendig sind, indem man den Kupferkessel durch eine Quecksilberlösung im Inneren mit Quecksilber überzieht. Weiter läßt sich Jodgrün bekanntlich weder auf Kupfer- noch Zinnkesseln färben; man muß eine Holzkufe dazu haben. Viele Färber haben indessen keine Dampfeinrichtung und können aus diesem Grunde das Jodgrün bis jetzt nicht färben. Dieß wird aber der Fall seyn, wenn man die kupfernen Kessel vorher durch Auflösung von Sublimat in denselben verquecksilbert und dann färbt. Da die Erhitzung dabei nicht groß ist, so wird das Quecksilber an dem Kessel nicht haften bleiben und dieser kann leicht wieder zu demselben Zwecke später benutzt werden. Was von dem Jodgrün gilt, gilt auch von einigen anderen Farbstoffen, welche nur auf Holz zu färben sind.

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