Titel: Verfahren zum Filtriren von Spirituosen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1871, Band 199/Miszelle 11 (S. 513)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj199/mi199mi06_11

Verfahren zum Filtriren von Spirituosen.

Nach dem „württembergischen Gewerbeblatt“ wird in den großen Spirituosenfabriken Norddeutschlands folgende, angeblich als Geheimniß der Fabrikanten behandelte Methode angewendet. Man nimmt gutes schwedisches Lösch- oder Fließpapier (ungeleimtes, grobes Papier), reißt dasselbe in kleine Stücke von 1 1/2 bis 2 Quadratzoll und wirft diese Stückchen in die zu filtirirende Flüssigkeit. Wenn nun dieses Papier, das selbstverständlich ganz rein und geruchlos seyn muß, aufgeweicht ist, so bildet es mit der Flüssigkeit einen dünnen Brei, den man in einen Flanell-Sack gießt, aus welchem sofort die schönste klarste Flüssigkeit abläuft. – Einen anderen Filtrirapparat mit demselben Löschpapier kann man sich auf folgende Art herstellen: Man weicht das Löschpapier 1/2 Tag im Wasser ein, rührt den dadurch entstehenden Papierbrei tüchtig durcheinander und gießt denselben auf ein aufgespanntes Flanelltuch. Das Wasser wird selbstverständlich ablaufen und der dicke Brei auf dem Flanelltuch liegen bleiben. Diesen Brei streicht man nun mit einem Stück Holz ganz glatt und gleichförmig auf dem aufgespannten Flanelltuch aus, läßt die Papiermasse so einige Tage auf demselben trocknen und wird dann einen Filtrirapparat bekommen der manchen bisher angewendeten vorzuziehen ist.

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