Titel: Die Salz-Industrie Lothringens.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1871, Band 199/Miszelle 4 (S. 509–510)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj199/mi199mi06_4
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Die Salz-Industrie Lothringens.

Als im Jahre 1842 die Salzfabrication Frankreichs frei gegeben wurde, ließ die Königin Christine von Spanien durch General Narvaez sämmtliche Salinen Frankreichs, welche der Krone Ludwig Phillip's gehörten, aufkaufen; so gelangte auch das große Steinsalzwerk Dieuze in ihren Besitz; die drei anderen Salinen Salzbronn, Sarre-Albe und Harras blieben in dem Gedanken, der Königin Christine Concurrenz zu machen, als unverkäuflich im Privatbesitze. Dieuze ist eines der größten Werke, welches unstreitig einen sehr bedeutenden Theil Frankreichs mit Salz versorgte. Nächst diesem kommt die Saline Salzbronn (der als Chef der Fabrication vorzustehen, ich bis zum Jahre 1848 die Ehre hatte), welche circa 200,000 Ctr. Salz herstellt, und die Salinen Sarre-Albe und Harras mit einer Fabrication von circa 60,000 Ctr. Das Productionsquantum genannter Salinen beläuft sich in runder Summe auf jährlich 1 Million Ctr. Kochsalz, die Frankreich, so sehr es sich auch von Deutschlands Industrie lossagen möchte, unter allen Umständen Lothringen, resp. Deutschland entnehmen muß.

Würde diese Million Ctr. Kochsalz in Deutschland zur Consumtion kommen, so würde nach den jetzt bestehenden Gesetzen der Bundescasse die Summe von 2 Mill. Thlrn. zufließen. Da aber jedenfalls diese Salinen den größten Theil des linken Rheinufers wie von Mannheim aufwärts bis Basel mit Salz versorgen werden, so kommt wenigstens ein guter Theil dieser Summe Deutschland zu Gute, wie auch den Neckarsalinen, deren Concurrenz hier allein in Betracht käme, wiederum ein größeres Absatzfeld eröffnet ist. Bei der stets wachsenden Zunahme der Salzconsumtion ist unstreitig Saarbrücken derjenige Punkt, an welchem die Anlage einer Salzsiederie eine große Zukunft hat, zudem sie in der Lage seyn würde, billiger als jegliche andere Saline zu fabriciren. Dr. Hellmann. (Berggeist, 1871, Nr. 23.)

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