Titel: Ueber Lichtempfindlichkeit des Kautschuks; Mittheilung von Wharton Simpson in London.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1871, Band 199/Miszelle 8 (S. 511–512)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj199/mi199mi06_8

Ueber Lichtempfindlichkeit des Kautschuks; Mittheilung von Wharton Simpson in London.

Swan hat gefunden, daß Kautschuk durch das Licht in eigenthümlicher Weise verändert wird; eine belichtete Kautschukschicht auf einen lithographischen Stein übertragen und belichtet, ertheilt dem Stein die Fähigkeit, an den belichteten Stellen fette Schwärze anzuziehen und festzuhalten. Auf diese Thatsache läßt sich ein lithographischer Proceß gründen, indem man nämlich einen Bogen mit einer Lösung von Kautschuk |512| in Benzol überzieht, unter einem Negativ belichtet und alsdann auf einen Stein überträgt. Swan erwähnt, daß er sogenannten „gekauten Kautschuk“ versucht habe. Daß Kautschuk in Berührung mit Schwefel lichtempfindlich ist, fand bereits Professor Seely vor mehreren Jahren, es tritt in diesem Gemenge durch das Licht eine förmliche Vulcanisirung ein.

Swan beobachtete später, daß gewöhnlicher Kautschuk durch das Licht unauflöslich in Benzol und Terpenthinöl wird, dafür aber löslich in Alkohol.

Diese Veränderungen im Licht haben auch Einfluß auf die Kautschukschichten, welche zum Isoliren der Telegraphendrähte etc. angewendet werden. Der Kautschuk wird brüchig, oxydirt sich und verhält sich mehr wie ein Harz. In Folge dessen gehen auch, wie Spiller bemerkt, die Kautschuküberzüge der wasserdichten Patronen langsam zu Grunde.93) (Berliner photographische Mittheilungen, März 1871, S. 307.)

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Es folgt daraus die originelle Thatsache, daß auch unsere Gummischuhe lichtempfindlich sind. Der Umstand, daß dieselben oft beträchtliche Mengen Asphalt enthalten, ändert daran nichts, da auch auf letzteren das Licht wirkt.

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