Titel: Taber's Maschine zur Erzeugung von Litzen, Schnüren etc.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1871, Band 202, Nr. V. (S. 14–15)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj202/ar202005

V. Taber's Maschine zur Erzeugung von Litzen, Schnüren oder dünnen Seilen.

Nach Engineering, Juni 1871, S. 417.

Mit einer Abbildung auf Tab. I.

Der Amerikaner John R. Taber in Massachusetts hat die in Figur 8 in Perspective veranschaulichte Maschine zur Erzeugung von Schnüren, Korden, Litzen oder auch schwachen Seilen construirt, und ist dieselbe in England durch H. E. Towle eingeführt sowie auf der Londoner internationalen Ausstellung in Betrieb gesetzt worden.

Die ganze Maschinerie ruht in drei Lagerständern auf einer Fundamentplatte. Die horizontale Achse g, welche durch eine Handkurbel oder Schnurrolle in Drehung versetzt wird, trägt zwei Scheiben b¹ und b², zwischen welchen die Spulenrahmen c' drehbar angebracht sind. Die Umdrehung derselben geschieht durch Treibriemen, welche um die am ersten Lagerständer befestigte breite Scheibe a und über die auf den Drehachsen der Rahmen steckenden Rollen b gelegt sind. Beim Antrieb der Welle g drehen sich sonach die Spulenrahmen sowohl mit derselben als auch um ihre eigenen Drehachsen; Letzteres um so schneller, je größer das Uebersetzungsverhältniß der Scheiben a und b wird.

Der Draht, welchen die auf den Spulen d aufgewundenen Fäden durch Drehung der Rahmen c' erlangen, kann demnach durch Aufziehen oder Abnehmen von Leder- oder Kautschukringen auf die Scheiben beliebig abgeändert werden, ähnlich wie mit Wechselrädern. Doch wurde die natürlich exacter wirkende Bewegungsübertragung mittelst Rädern des höheren Preises wegen vermieden.

Die von den Spulen abgezogenen Fäden e passiren zunächst die später näher zu erklärende Spannvorrichtung f, dann die obere Bohrung im Rahmen und werden alsdann durch Rinnen am hinteren Ende der Welle g geleitet, zusammengedreht und als fertige Schnur, Leine oder dergl. auf die Trommel k aufgewickelt. Die Drehung dieser Aufwindtrommel wird von der Welle g durch die Zahnräder h, h', i und j und die Schnur e' abgeleitet.

Sofort nach der Zusammendrehung der Fäden geht das Seil durch zwei Glättbacken, welche mit Kautschuk- oder anderen Federn zusammengezogen werden, hindurch und gewinnt dabei an Glätte und Rundung.

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Die Spulen werden zwischen Flachfedern, welche am Spulrahmen angebracht sind und mittelst Stellschrauben verschieden stark angezogen werden können, eingelegt; eine Anordnung welche ein schnelles Auswechseln der leer gewordenen Spulen gestattet. Zur Regulirung der Abwickelung des Fadens von der Spule dient eine Bremsplatte c, welche mittelst einer Spiralfeder und Druckschraube gegen das auf der Spule aufgewundene Garn gepreßt wird. Bei voller Spule äußert diese Federbremse eine stärkere Wirkung als gegen Ende bei leerer Spule, bei welcher die constant bleibende abziehende Kraft an einem kleineren Radius wirksam ist, daher der Abzug selbst weniger gehindert werden soll.

Zum Schluß ist noch die Spannvorrichtung f näher zu erklären, welche beim Schlaffwerden des Fadens (eine Folge unregelmäßiger Bewickelung der Spule oder dergl.) in Thätigkeit tritt. Ein in der Mitte verstärktes und mit einer Bohrung versehenes Stäbchen f ist zwischen Schrauben spitzen im Spulenrahmen c' eingeschaltet und der Fäden, wie aus der Abbildung zu entnehmen ist, durch die Bohrung hindurchgezogen. Eine Spiralfeder sucht das Stäbchen entgegen der Richtung des Fadenabzuges zu drehen, so daß sich beim Schlaffwerden des Fadens mehr von demselben um das Stäbchen wickelt, während der weitere Abzug stets nach Ueberwindung der Federkraft, also gleichförmig stattfindet. Die Drehung der Compensationsvorrichtung erfolgt jedoch nur so weit, bis ein am Stäbchen f angebrachter Stift gegen einen am Spulenrahmen vorhandenen Stift trifft.

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