Titel: Van der Meyde's Petroleumprobe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1871, Band 202, Nr. LXXI. (S. 301–302)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj202/ar202071

LXXI. Neues Verfahren zur Prüfung des Petroleums auf seine Entflammbarkeit; von Dr. Van der Weyde.

Aus dem Scientific American, September 1871, S. 162.

Mit einer Abbildung.

In der letzten Versammlung der American Association theilte Prof. Van der Weyde ein neues, einfaches und sicheres Verfahren zur Prüfung des Petroleums und anderer Hydrocarbonöle auf ihre Ungefährlichkeit mit. Er füllt ein einseitig geschlossenes Glasrohr mit dem zu prüfenden Oele, verschließt das offene Ende mit dem Finger, kehrt es dann um und stellt es in ein Gefäß mit Wasser, welches durch Mischen von heißem und kaltem Wasser auf 43 3/10 bis 44° Cels. erwärmt worden ist; diese Temperatur wird durch zeitweisen Zusatz von heißem Wasser unterhalten. Sobald nun Gase oder Dämpfe auftreten, sammeln sich dieselben in dem geschlossenen oberen Theile des Rohres an, indem sie das Oel nach unten verdrängen. Die Menge dieses Gases gibt einen Anhaltspunkt für die vergleichende Prüfung der verschiedenen Oelsorten, zu welchem Zwecke es zu empfehlen ist, ein graduirtes Rohr anzuwenden, um den Betrag der im Oele enthaltenen flüchtigen Flüssigkeit messen zu können.

|302| Textabbildung Bd. 202, S. 302

Diese Petroleumprobe ist auf die Thatsache begründet, daß alle Dämpfe, welche das Petroleum abgibt, verbrennlich sind, und daß, wenn irgend ein Kerosen oder sonstiges Präparat aus Rohpetroleum bei der angenommenen Normaltemperatur von 44°C. Dampf abgibt, es nicht nöthig ist zu untersuchen ob sich derselbe entflammen läßt, indem es genügt, denselben in einem geeigneten Gefäße zu sammeln, wodurch wir den weiteren Vortheil gewinnen, daß wir die Menge des entwickelten Dampfes messen können, während in Folge zufällig über die Oberfläche der Flüssigkeit ziehender Luftströme von demselben Nichts verloren gehen kann.

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