Titel: Ueber die Benutzung der Molybdänsäure zum Färben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1871, Band 202/Miszelle 11 (S. 192–193)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj202/mi202mi02_11

Ueber die Benutzung der Molybdänsäure zum Färben.

Bezüglich der im polytechn. Journal Bd. CCI S. 82 (erstes Juliheft 1871) mitgetheilten Notiz über Anwendbarkeit der bei der Einwirkung von Schwefelsäure auf Molybdänsäure in der Wärme entstehenden blauen Farbe zum Färben der Seidenstoffe, ist zu bemerken daß schon im Jahre 1851 Dr. Franz Keller (polytechn. Journal Bd. CXXI S. 465) darauf aufmerksam machte, daß eine Molybdänverbindung sich herstellen lasse mit welcher man durch einfaches Verfahren im Zeugdruck merkwürdige Farbenphänomene hervorzubringen im Stande sey. Keller wandte Molybdänsäure an, welche er aus einem molybdänsauren Alkali nach vorherigem Zusatz eines phosphorsauren Salzes durch Behandlung mit Salzsäure erhielt. Es war dieß leicht phosphorsäurehaltige Molybdänsäure. Imprägnirt man Stoffe mit solcher, in Sodalauge gelöster Molybdänsäure und bringt sie in ein sehr concentrirtes Säurebad, welches natürlich die Faser nicht angreifen soll, so schlägt sich ein gelbes Pigment auf der Faser nieder. Namentlich geschieht dieß auf Seide. Bringt man diese gefärbten Stoffe in ein Bad von Zinnchlorür, so werden sie augenblicklich blau gefärbt, während in erschöpften Zinnbädern ein Grün auftritt.

Dr. v. Kurrer (man s. dessen „Neuestes in der Druck- und Färbekunst“) hat dieses Verhalten geprüft und sodann ein anderes Verfahren eingeschlagen. Er imprägnirte die Faser mit molybdänsaurem Ammoniak, trocknete und nahm sie durch ein salzsaures Bad, und sodann durch Zinnchlorürlösung. Darauf wurden die Stoffe gewaschen und getrocknet. Später sprach er jedoch diesem Farbstoff keinen großen Werth zu, und in der That hat auch die Praxis sich dieses Farbmateriales, obwohl es sehr leicht und billig in Deutschland zu erhalten ist, nicht bemächtigt. – In Folge der neueren Versuche von Dr. Schönn hat auf unsere Veranlassung Hr. Ferd. Springmühl in Breslau eine Reihe von Versuchen angestellt, ist jedoch nicht zu einem günstigen Resultate gelangt. Doch sollte man diese Ideen nicht fallen lassen, sondern nach Wegen und Mitteln suchen dieses einheimische Farbmaterial wirklich zu |193| geeigneter Verwendung zu bringen. Dr. Grothe. (Musterzeitung, Zeitschrift für Färberei etc., 1871, Nr. 39.)

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