Titel: Lösungsmittel für Indigo; von Dr. E. Jacobsen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1871, Band 202/Miszelle 10 (S. 307)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj202/mi202mi03_10

Lösungsmittel für Indigo; von Dr. E. Jacobsen.

Von de Aguiar und Baeyer,62) sowie von Prof. Martha 63) sind neuerdings mehrere neue Lösungsmittel für Indigo angegeben worden. Diesen will ich noch einige hinzufügen, welche ich auffand. Daß Anilin Indigo zu lösen vermag, ist auch mit auf Grund eigener Versuche seit einigen Jahren bekannt; ein ebenso gutes Lösungsmittel für Indigblau ist aber auch Nitrobenzol, welches sich beim Erhitzen mit Indigo tief violettblau färbt, beim Erkalten Krystallflitter fallen läßt und dann dunkelroth, wahrscheinlich von gelöstem Indigroth, erscheint. In mehr oder minder erheblichen Mengen lösen bei Kochhitze ferner noch Indigo auf: Ricinusöl, Aceton, Chloralhydrat, Campher, Harzöl, Copaivabalsam, Cedernöl (Oel von Junip. virgin.), Amylalkohol, Lavendelöl, weißes Bienenwachs, japanesisches Pflanzenwachs und Carnaubawachs (aus letzterem scheidet sich das Indigblau ebenfalls in Krystallflittern ab). Je höher der Kochpunkt des Lösungsmittels liegt, um so röther erscheint die Lösung, so daß also Körper wie Aceton, Amylalkohol, Chloralhydrat eine rein blaue, Ricinusöl, Cedernöl u.s.w. eine violettblaue, die Wachsarten eine purpurrothe Lösung geben. Mit weißem Wachs kurze Zeit auf dem Kochpunkt erhalten, geht die Farbe der Lösung durch Scharlachroth, Orange und Geld in ein Braun über; der Indigo wird dabei durch Acroleinbildung reducirt, die Lösung behält ihre braune Farbe auch beim Verdünnen mit Petroleumäther. – Trägt man in schmelzende Pikrinsäure gepulverten Indigo ein, so zersetzt sich letzterer unter Feuererscheinung. (Deutsche Industriezeitung, 1871, Nr. 36.)

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Polytechn. Journal Bd. CC S. 72 (erstes Aprilheft 1871).

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Polytechn. Journal Bd. CC S. 244 (erstes Maiheft 1871).

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