Titel: Darstellung des Saffranins.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1871, Band 202/Miszelle 11 (S. 307–308)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj202/mi202mi03_11

Darstellung des Saffranins.

Das Saffranin (worüber im polytechn. Journal, 1871, Bd. CXCIV S. 332 und 430 berichtet wurde) hat sich zum Ersatz des Safflors in der Baumwollen- und Seidenfärberei seit einiger Zeit bereits völlig eingebürgert. Man erfährt jetzt etwas Näheres über die Herstellung dieses interessanten Farbstoffes.

In einem passenden Gefäß erhitzt man eine Mischung von zwei Theilen salpetrigsaurem Anilin und einem Theil Arseniksäure fünf Minuten lang auf eine Temperatur von 80 bis 120° C. Der Inhalt des Gefäßes wird darauf in kochendes Wasser gegossen und die Lösung mit Kalk neutralisirt. Die Flüssigkeit nimmt dabei eine klare, prächtig rothe Farbe an. Man läßt sie kurze Zeit stehen und filtrirt sorgfältig durch Wollenfilter. Die filtrirte Flüssigkeit wird, wie dieß auch in der Fuchsinfabrication geschieht, mit Kochsalz gefällt, indem man dieses in der Flüssigkeit auflöst. Man nimmt etwa die fünffache Quantität des angewendeten salpetrigsauren Anilins. Nach kurzer Zeit schlägt sich das Saffranin nieder, welches man nun auf einem Filter sammelt, abtropfen läßt und ausdrückt. Es ist damit zum Verkauf fertig.

Das salpetrigsaure Anilin, welches zur Herstellung des Saffranins dient, erhält man leicht durch Einleiten von salpetriger Säure in Anilinlösung. In einem Kolben erhitzt man Stärke mit Salpetersäure und erhält dabei unter |308| Bildung von Oxalsäure salpetrige Säure. Dieses Gas leitet man, nachdem es durch Wasser gehörig gewaschen wurde, in eine Mischung von Anilinöl, Wasser und Salz. Das Anilinöl wird dabei in salpetrigsaures Anilin übergeführt, und die völlige Umwandlung desselben in dieses Salz ist an der Umwandlung der hellbraunen Farbe der Flüssigkeit in ein tiefes Kastanienbraun leicht erkennbar. Man wäscht einige Male mit Wasser und kann es dann direct zur Fabrication benutzen. (Reimann's Färberzeitung, 1871, Nr. 41.)

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