Titel: Verfahren zur Gewinnung von Eisenvitriol als Nebenproduct in den Eisenwaarenfabriken.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1871, Band 202/Miszelle 5 (S. 304–305)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj202/mi202mi03_5

Verfahren zur Gewinnung von Eisenvitriol als Nebenproduct in den Eisenwaarenfabriken.

In der Versammlung des Bezirksvereines deutscher Ingenieure an der Lenne vom 6. August 1871 (in Lethmate) erläuterte Hr. Kugel ein einfaches, von ihm |305| angewendetes Verfahren zur Gewinnung von Eisenvitriol als Nebenproduct in den Eisenwaarenfabriken welche mit Säuren beizen und dieselben vor dem Abfluß aus sanitätspolizeilichen Gründen neutralisiren müssen.

Statt der theueren Bleigefäße, wie sie in Vitriolfabriken in großem Maaßstabe und großer Anzahl angewendet werden, nahm er einen 4 Fuß hohen und ebenso weiten, circa 40 Kubikfuß haltenden Gußeisentopf von 1 Zoll Wandstärke, welcher nach zweijährigem Betriebe noch nicht 1/8 Zoll tief angefressen ist. Unter diesem liegt eine Feuerung von 1 Quadratfuß Rostfläche. Es kann täglich neu eingefüllt werden, das Eindampfen dauert 10 Stunden; zur Neutralisirung etwaiger in der rohen Beize, wie sie aus der Fabrication entnommen wird, enthaltener freier Säure dienen in den Topf gelegte Eisenabfälle. Bei Drahtziehereien hat die Lösung beim Einfüllen 26° Baumé, welche auf 40° B. durch Eindampfen concentrirt wird.

Ein Abflußrohr, einige Zoll über dem Boden angebracht, führt die eingedampfte Lauge in alte Oelfässer zum Auskrystallisiren, welches man an einhängenden starken Bindfäden oder Eisendrahtstäben vor sich gehen läßt. Man gewinnt dann ungefähr zwei Drittel der enthaltenen Menge Eisenvitriol als krystallisirte Masse und erfordern 600 Pfd. des erhaltenen Vitrioles einen Aufwand von 360 Pfd. Steinkohlen zur Feuerung und einen Mann als Bedienung des Apparates. Die aus den Krystallisationsbottichen in ein eingegrabenes Faß abfließende Mutterlauge von 24° Baumé wird aus diesem mit einer Bleipumpe wieder in den Eindampfkessel gepumpt, und wieder von Neuem auf 40° B. eingedampft. (Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure, 1871, Bd. XV S. 670.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: