Titel: Ueber Bariumphosphat zum Conserviren von Holz; von Armand Müller.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1871, Band 202/Miszelle 10 (S. 390–391)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj202/mi202mi04_10

Ueber Bariumphosphat zum Conserviren von Holz; von Armand Müller.

Vor einem Jahre wurden von dem Verf. versuchsweise 12 cylinderförmige, ungefähr 10 Centimeter lange und 4 Centimeter im Durchmesser haltende Probehölzer von frischem, im Mai gefälltem Eichenholz behufs der Conservation desselben mit den Lösungen nachstehender Substanzen imprägnirt:

Probeholz 1. mit Theer; 2. mit Gallotin, einer Mischung von leichten und schweren |391| Theerölen mit 3 bis 4 Proc. Kreosot; 3. mit Chlorcalcium; 4. mit Chlorbarium; 5. mit Natriumdiborat und folgend einer Lösung von Chlorbarium (vom Verf.); 6. Natriumphosphat (7procentige Lösung), und nach dem Trocknen Behandlung mit Chlorbarium (13 Proc.) – in erstere Lösung wurde das Holz 5, in letztere 7 Tage eingelegt (vom Verf.) –; 7. Eisenvitriol und Wasserglas (getrennte Lösungen, von Buchner); 8, Natronseife und Kupfervitriol (nach R. Wagner); 9. Seife und Chloraluminium (Jarry); 10. Chlorzink; 11. Kupfervitriol; 12. Quecksilberchlorid (M'. Kyan).

Nach dem vollständigen Abtrocknen vergrub man die Hölzer nebst einem unpräparirten Stück in lockere, stets feuchte, nahe an einer Düngergrube gelegene Erde. Vor ungefähr einem Monat (Ende Juli) wurden die Hölzer heraus genommen und es zeigten sich folgende Resultate:

Bezüglich der Härte waren nach dem zurück behaltenen und gut aufbewahrten Muster nur die Probehölzer 6 und 8 fast vollständig unverändert geblieben; Nr. 2, 7, 9, 10, 11 und 12 waren noch ordentlich erhalten, während die Versuchsstücke 1 und 5 schon bedeutende Schimmelbildung zeigten. Die übrigen und hauptsächlich Nr. 4 könnten als wenig besser als das sich in voller Verwesung befindende nicht imprägnirte Stück gelten.

Die unlöslichen Thonerde- und Kupferoxydseifen, für deren Anwendung die Versuche des Verf. deutlich sprechen, sind schon früher vorgeschlagen worden. Ihre Wirkung beruht hauptsächlich darauf, daß sie das Holz vor dem Eintritt von Feuchtigkeit bewahren. Da man jedoch, um mit diesen Methoden genügende Resultate zu erlangen, ziemlich concentrirte Lösungen in Anwendung bringen muß, so glaubt der Verf. kaum, daß sie in der Praxis so leicht Anklang finden dürften. Mehr wäre vielleicht von der Methode, nach welcher Probeholz Nr. 6 imprägnirt worden war, zu hoffen, wenn sie im Großen ebenso befriedigende Resulate liefert, wie es bei obigen Versuchen der Fall war. Ihre conservirende Wirkung beruht ohne Zweifel auf dem sich in der Holzfaser abscheidenden und dieselbe mineralisirenden phosphorsauren Baryt, ähnlich wie bei Anwendung von Schwefelcalcium und Eisenvitriol durch Bildung von Calciumsulphat und Schwefeleisen nach Payne's Vorschlag. Dem gleichzeitig auftretenden Chlornatrium, welches öfters zu diesem Zwecke für sich allein oder mit Chlormagnesium etc. Verwendung findet, ist indessen wahrscheinlich ebenfalls durch Veränderung der Proteinstoffe des Holzsaftes ein großer Theil der erhaltenen Wirkung zuzuschreiben. (Chemisches Centralblatt, 1871, Nr. 37.)

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