Titel: Ueber die sogenannten schwedischen Sicherheits-Zündhölzchen; von Aug. Kriwanek.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1871, Band 202/Miszelle 11 (S. 391–392)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj202/mi202mi04_11

Ueber die sogenannten schwedischen Sicherheits-Zündhölzchen; von Aug. Kriwanek.

Mit der Darstellung der sogenannten schwedischen Sicherheits-Zündhölzchen, deren Consum sich von Tag zu Tag steigert, haben sich viele Fabrikanten beschäftigt; nicht wenige haben jedoch wegen der Unzweckmäßigkeit ihrer Recepte die Production wieder aufgegeben, so daß dieser Artikel nur aus wenigen Quellen zu beziehen ist. Der Verf. hat die im Verkehr am meisten vorkommenden Hölzchen dieser Art untersucht und gelangte zu folgenden Resultaten.

Wenn auch die Versicherung, welche man oft hört, daß diese Hölzchen nur allein auf der Reibfläche des sie einschließenden Kästchens sich entzünden, nicht zutrifft, so muß man doch zugeben, daß dieselben auf harten, ebenen Flächen, wie z.B. Schieferstein, gehobeltem Eichenholz etc., nur sehr schwierig Feuer fangen, während sie auf der Reibfläche des Behälters sich sehr leicht entzünden und dann mit einer schön gleichmäßigen Flamme bis an das Ende brennen. Wie die Signatur gewöhnlich sagt, ist als Feuer übertragendes Mittel Paraffin angewendet. Werden die Hölzchen beim Brennen ausgelöscht, so verbreitet sich ein Geruch nach Acrolein; man kann also auf eine Beimischung von Talg schließen. Das Holz ist Linden- oder Pappelholz und schief durch die Jahresringe geschnitten.

Durch die Analyse, welche der Verf. im Laboratorium des Wiener Polytechnicums bei Hrn. Prof. Hlasiwetz ausführte, wurden in der Zündmasse etwas Feuchtigkeit, Eisenoxydhydrat, Manganhyperoxyd, Schwefel, chlorsaures Kali, neutrales chromsaures Kali, Glaspulver und Leim gefunden. Die quantitative Untersuchung ergab für die |392| Masse der Zündhölzchen und für die Masse der Streichfläche folgende procentische Zusammensetzung:

Masse der
Zündhölzchen.
Masse der
Streichfläche.
Glaspulver 8,77
Leim 7,12 3,65
neutrales chromsaures Kali 7,36
chlorsaures Kali 46,76
Eisenoxydhydrat 5,39 3,19
Manganhyperoxyd 13,07 13,06
Schwefel 7,41
Differenz, hygroskopisches Wasser 4,22
Dreifach-Schwefelantimon 50,34
amorpher Phosphor 29,91
–––––––– ––––––––
100,00 100,15

(Deutsche Industriezeitung, 1871, Nr. 34.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: