Titel: Ueber eine neue Methode des Arsennachweises für pharmaceutische Zwecke.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1871, Band 202/Miszelle 4 (S. 385–386)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj202/mi202mi04_4

Ueber eine neue Methode des Arsennachweises für pharmaceutische Zwecke.

Bisher fehlte es immer noch an einem leicht ausführbaren oder wenig umständlichen Verfahren des Nachweises kleiner Spuren von Arsen. Wir besitzen zwar in dem Marsh'schen Verfahren ein Mittel, um die geringsten Spuren von Arsen zu ermitteln; da aber die Instandsetzung und Ingangsetzung eines Marsh'schen Apparates oft durch eine Menge kleiner Hindernisse sehr erschwert wird oder die Substanz, in welcher das Arsen nachgewiesen werden soll, oft Stoffe enthält, welche ihre Verwendbarkeit für genannten Apparat nicht ohne Weiteres zulassen, so verdient die Bettendorf'sche, resp. vereinfachte Hager'sche Methode,80) insbesondere für pharmaceutische Zwecke, wegen ihrer ganz umstandslosen leichten Ausführung, auf's Wärmste empfohlen zu werden.

Sie besteht, und zwar bei Prüfung von Schwefelsäure auf einen Arsengehalt in Folgendem: Man überschüttet in einem Reagensglase eine starke Messerspitze reinen Zinnchlorürs mit 4 bis 6 Kubikcentimeter reiner Salzsäure von 1,12 spec. Gewicht, schüttelt bis zur Lösung des Zinnsalzes und setzt nun vorsichtig tropfenweise 2 bis 3 Kubikcentimeter der zu prüfenden concentrirten Schwefelsäure hinzu, nach jedem Zusatze sanft agitirend. Es erfolgt durch diese Mischung eine sehr starke Erhitzung. Ist kein Arsen gegenwärtig, so bleibt die Flüssigkeit farblos und klar, im anderen Falle färbt sie sich erst gelblich, dann bräunlich und zuletzt dunkelgraubraun trübe. Bei einem Gehalte von 500,000tel arseniger Säure erfolgt noch eine schwache gelbliche Färbung, die nach einer halben Stunde eine bräunliche Nüance zeigt. Man kann demnach diese Reaction als eine sehr empfindliche ansehen und sie dürfte der Marsh'schen nicht viel an Empfindlichkeit nachstehen.

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Die Prüfung der Salzsäure auf Arsen weicht von dem vorstehenden Verfahren nicht ab, nur wird an Stelle der reinen Salzsäure die zu prüfende Säure, und an Stelle der unreinen Schwefelsäure das reine Schwefelsäurehydrat verwendet.

Bei Prüfung des basisch-salpetersauren Wismuthoxydes, des sogenannten Magisterium bismuthi, auf Arsen, übergießt man circa 1/2 Grm. dieses Präparates mit circa 1 Kubikcentimeter concentrirter Schwefelsäure und treibt unter vorsichtigem Erwärmen die Salpetersäure aus, dann gießt man, sobald dieses erfolgt ist, 4 bis 5 Kubikcentimeter reine Salzsäure darauf und nach erfolgter Lösung gibt man circa 2 Grm. Zinnchlorür dazu. Nachdem auch dieses gelöst ist, tröpfelt man 2 bis 3 Kubikcentimeter concentrirte reine Schwefelsäure hinzu. Die Färbung oder Trübung erfolgt je nach der Größe der Arsenspuren früher oder später.

Behufs Nachweises von Arsen im Brechweinstein gibt man von diesem eine starke Messerspitze voll und 2 Messerspitzen Zinnchlorür in ein etwas weites Becherglas, übergießt mit 4 bis 5 Kubikcentimeter Salzsäure, schüttelt bis zur Lösung und setzt nun 2 bis 3 Kubikcentimeter concentrirte reine Schwefelsäure hinzu. (Jahresbericht des physikalischen Vereines in Frankfurt a. M. für 1869–1870)

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Polytechn. Journal, 1869, Bd. CXCIV S. 252.

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