Titel: Ueber die industrielle Ausbeutung einer Lagerstätte von Chlorkalium zu Kalutz in Galizien; von Ad. Jacot.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1871, Band 202/Miszelle 4 (S. 477)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj202/mi202mi05_4

Ueber die industrielle Ausbeutung einer Lagerstätte von Chlorkalium zu Kalutz in Galizien; von Ad. Jacot.

Zu Kalutz in österreichisch Galizien wurde vor zwei Jahren eine Lagerstätte von Sylvin aufgeschlossen, welcher dieselben Eigenschaften zeigt wie das zu Staßfurt vorkommende Mineral. Bald darauf fand man auch Kainit, und zwar in größerer Menge als den Sylvin. Der Kainit bildet zwei verschiedene Schichten; bei der Analyse ergab er:

schwefelsaure Magnesia 30,04
Chlorkalium 29,46
Chlornatrium 20,67
Chlorcalcium 1,27
–––––
81,44

Das Gestein wird ausgefördert und über Tage mit leichten Hämmern zu kleinen Stücken zerschlagen, welche dann zwischen Quetschwalzen in mehlfeines Pulver verwandelt werden. Durch Auflösen des letzteren in Wasser und Krystallisirenlassen wird der feine Schlamm nebst den fremdartigen Beimengungen entfernt; dadurch erhält man auch das Chlorkalium sowohl, als das Chlornatrium jedes für sich und im Zustande der Reinheit.

Das Chlorkalium wird getrocknet und in Säcke gefüllt, welche an die großen Fabriken chemischer Producte gesendet werden, besonders in die bei Pienna und in Wien bestehenden. In Preußen consumiren die Kattundruckereien eine sehr bedeutende Menge von diesem Salze. Die größte Quantität aber wandert in eine Schießpulverfabrik zu Semmering.

Die Gruben von Kalutz wurden schon seit langen Jahren auf die Gewinnung von Steinsalz betrieben; die Auffindung des Chlorkaliums datirt erst von zwei bis drei Jahren und doch übersteigt die Production von diesem Salze bereits tausend österreichische Centner (81100 Kilogrm.) per Tag.

Ich übergebe der (französischen) Akademie mit dieser Notiz die Abbildung und Beschreibung der zu Kalutz zur Gewinnung des Kaliminerales angewendeten Apparate. (Comptes rendus, t. LXXIII p. 995; October 1871.)

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