Titel: Infusorienerde bei Altenschlirf und Steinfurth.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1871, Band 202/Miszelle 5 (S. 477–478)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj202/mi202mi05_5
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Infusorienerde bei Altenschlirf und Steinfurth.

Am Vogelsberg, zwischen den Dörfern Altenschlirf und Steinfurth im Großherzogthum Hessen-Darmstadt, tritt eine Ablagerung von Infusorienerde, ähnlich der in der Lüneburger Heide vorkommenden (siehe polytechn. Journal, 1870, Bd. CXCVII S. 379) auf. Dieselbe liegt am sogen. Katzenklos, etwa 10 Minuten von Altenschlirf und 5 Minuten von Steinfurth und zwar am südwestlichen Abhange eines Bergrückens, der die Thäler der Altfell und der Luder, welche Bäche dem Gebiete der Fulda angehören, von einander scheidet. Das Lager erstreckt sich von Osten nach Westen, fällt gegen Süden ein und wird daselbst von Thon- und Tuffschichten bedeckt. Nach den Bohrversuchen von Tasche zu Salzhausen wurde die Infusorienerde in fünf Bohrlöchern bei 85, 57, 31, 100 und 85 Zoll Teufe erbohrt. Sie war zunächst von bläulichem, plastischem Thon von 24, 9, 0, 14 und 9 Zoll Mächtigkeit und hierauf von grauem, plastischem Thon von 37, 43, 12, 82 und 67 Zoll Mächtigkeit überdeckt. Die die Thone überlagernde Dammerde war 24, 5, 19, 4 und 9 Zoll dick. Das Infusorienlager ist nur bei Bohrloch Nr. 3 durchsunken und 136 Zoll mächtig getroffen, während die anderen Bohrlöcher im Infusorienlager bei 144, 172, 72 und 144 Zoll im Lager stehen blieben. Die Infusorienerde wechsellagert mit weißen, gelblich-weißen und röthlich-weißen Farbentönen, welche beim Trocknen fast verschwinden. Unterlagert wurde solche im Bohrloch Nr. 3 von gelblichem, wenig plastischem Thon, von gelbem, sandigem Thon und endlich von körnigem, vulcanischem Tuff in einer Stärke von 24, 18 und 6 Zoll. Gegen Süden keilen sich die Thone im Hangenden des Lagers allmählich aus.

Nach der Analyse von Tasche enthält die Infusorienerde bei 100°C. getrocknet:

91,5 Kieselerde,
0,5 Eisenoxyd,
8,0 Wasser und organische Beimengungen.

Ueber die Verwendbarkeit dieser Kieselerde verweisen wir auf die oben erwähnte Mittheilung. (Berggeist, 1871, Nr. 97.)

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