Titel: Ueber Cornwallkessel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1871, Band 202/Miszelle 1 (S. 555)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj202/mi202mi06_1

Ueber Cornwallkessel.

In einer Sitzung des Aachener Bezirksvereines deutscher Ingenieure äußerte Director Hilt, daß seit etwa 10 Jahren in und um Saarbrücken ausschließlich Kessel mit innerer Feuerung aufgestellt wurden, und daß die dabei gewonnenen Erfahrungen so günstig sind, daß augenblicklich kein anderes System Aussicht auf Annahme hat. Redner hat diese Kessel im ausgedehnten Maaße auch auf den Gruben des Wurmrevieres angewendet und findet dieselben in der Saarbrücker Gegend, wo viel magere Kohle gebrannt wird, deren strahlende Wärme bei diesen Kesseln vollständig zur Dampfbildung ausgenutzt wird, besonders vortheilhaft. Versuche der Société industrielle de Mulhouse haben ergeben, daß bei Kesseln mit außen liegenden Feuern etwa 25 Procent der erzeugten Wärme von dem Mauerwerk absorbirt und also nicht nutzbar gemacht werden. Um nicht zu starke Bleche zu bekommen, empfiehlt es sich, Kessel mit nur einem, aber hinreichend weiten Feuerrohr zu bauen, welche auch den Vortheil haben, daß sie sich viel regelmäßiger ausdehnen, als die sehr weiten Kessel mit zwei Feuerrohren. Die Versuche mit diesen neuen Kesseln haben ergeben, daß trotz einer geringeren Qualität der verbrannten Kohle die Ersparniß etwa 1/3 gegenüber den bisher benutzten Kesseln betrug; dabei ist die Verdampfung eine sehr rasche und intensive. Es ist Sorge dafür zu tragen, daß die Kohlen oft und in möglichst dünnen Schichten aufgegeben werden, überhaupt die Wartung des Kessels eine sorgfältige und aufmerksame sey.

Auf eine Frage wegen Zugänglichkeit der Cornwallkessel behufs Reinigens von Kesselstein erwiederte Director Hilt, daß er seine Kessel zweimal wöchentlich mit etwas Dampfdruck abblasen und mit eingepumptem warmem Wasser ausspülen lasse. Auf diese Weise genüge eine halbjährige durchgreifende Reinigung. Was die Unterhaltungskosten betrifft, so sind dieselben natürlich sehr verschieden, jedoch im Ganzen gering, besonders bei Kesseln mit einem Feuerrohr, welche manchmal fünf Jahre ohne Reparatur in Betrieb sind. (Berggeist, 1871, Nr. 56.)

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