Titel: Haltbares gesilbertes Papier für die Photographie, nach Carey Lea.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 203/Miszelle 8 (S. 76–77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj203/mi203mi01_8

Haltbares gesilbertes Papier für die Photographie, nach Carey Lea.

Der Verf. fand vor einigen Jahren bei Versuchen mit hervorgerufenen Papierbildern, daß durch Zusatz von Weinsteinsäure zum Silberbad das empfindliche Papier für 10 Tage haltbar wurde. Da nun das jodirte Papier viel empfindlicher ist, als gewöhnliches Eiweißpapier, so dachte er, daß diese Eigenschaft der Weinsteinsäure (vielleicht auch der Citronensäure) die Basis eines sehr nützlichen neuen Druckverfahrens abgeben möchte. Kürzlich unternommene Versuche bestätigten diese Vermuthung. Man nimmt

krystallisirtes Silbernitrat 24 Grm.
Weinsteinsäure 1 „
Wasser 192 „

Das Silbernitrat und die Weinsteinsäure werden jedes für sich in Wasser gelöst, gemischt und nach einigen Stunden filtrirt. Das Bad wird im Dunkeln gehalten, sonst aber ganz wie gewöhnlich verwendet. Das Eiweißpapier wird die übliche Zeit schwimmen gelassen und zum Trocknen aufgehängt. Das Laboratorium muß möglichst dunkel seyn. Wenn das Papier trocken ist, legt man es in einen gut schließenden Kasten.

Zuweilen setzt der Verf. auf 120 Gramme des Bades 1 Gramm Gelatine und 12 Tropfen Glycerin hinzu. Die Gelatine läßt man in etwas Wasser anschwöllen, dann löst man sie durch Erwärmen auf, und setzt das Glycerin und die Weinsteinsäure hinzu. Das Ganze gießt man in die Silberlösung. Die Säure verhütet das Erstarren der Lösung und hindert das Filtriren nicht.

Die Abdrücke haben, wenn sie aus dem Rahmen kommen, eine klare, braune Farbe; sie tonen leicht zu jeder gewünschten Nüance. Die Gelatine soll das Bild mehr an der Oberfläche des Papieres halten. Das Glycerin bewahrt dem Papier seine Geschmeidigkeit.

Das Räuchern geschieht kurz vor dem Gebrauche, ganz in gewöhnlicher Weise. Zum Tonen verwendet der Verf. das Goldbad mit essigsaurem Natron. Eigenthümlicherweise färbt sich zuweilen die Rückseite des Papieres, wird indessen beim Tonen oder Fixiren wieder ganz weiß, so daß man das Bild nicht von einem auf frisch |77| präparirtem Papier dargestellten unterscheiden kann. Vielleicht kann ein schwächeres Silberbad benutzt werden.

Papier, welches auf vorstehend angegebene Weise präparirt war, hat der Verf. drei Monate nach der Präparation verwendet, und dabei noch den besten Erfolg erhalten. (Photographisches Archiv, 1871 S. 194.)

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