Titel: Die neue Waschmethode der Wollengarne mit Natronwasserglas.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 203/Miszelle 10 (S. 157)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj203/mi203mi02_10

Die neue Waschmethode der Wollengarne mit Natronwasserglas.

Dem Referenten ist schon seit Jahren das Verfahren des Waschens der Wollengarne mit Natronwasserglas statt mit Soda und Seife bekannt, welches er bisher für seine Zwecke mit Vortheil benutzte.

Jetzt, da das Verfahren allgemeiner verbreitet ist und die Herren van Baerle und Comp.38) in Worms, sowie ihr Filialgeschäft F. Sponnagel in Berlin das zu diesem Zweck erforderliche neutrale Wasserglas zur sehr billigen Preisen liefern, will er nicht mit der Veröffentlichung seiner wirklich praktischen Methode zurückhalten.

Man setzt behufs des Waschens von Zephir und Kammgarnen dem klaren Waschbade auf je 100 Liter Wasser ein und ein halbes Liter Wasserglaslösung hinzu und wäscht in dieser Flüssigkeit die Wolle bei 45 bis 50° R. – in keinem Falle aber unter 45° R. – 10 bis 15 Minuten lang. Man bringt nun das Garn in ein zweites, 35 bis 40° R. warmes Bad, dem vorher auf je 100 Liter Wasser 1 Liter Wasserglaslösung zugesetzt wurde, behandelt das Garn 10 Minuten lang nimmt heraus, läßt abkühlen und spült in fließendem Wasser.

Beim Waschen ordinärer Garne setzt man dem ersten Bade auf je 1 Liter Wasserglas 100 Gramme calcinirte Soda hinzu.

Will man Weiß herstellen, so setzt man dem zweiten Bade die Bläue hinzu, nimmt aber etwas weniger, als wenn man mit Soda oder Seife wäscht. Man zieht das Garn fünfmal in dem Bade um, und schwefelt dann, ohne zu spülen.

Das beschriebene Verfahren ist leichter und billiger auszuführen als das gewöhnliche. Für auswärtige Färbereien empfiehlt es sich, statt der gewöhnlichen Wasserglaslösung Wasserglascrême von derselben Firma zu beziehen. U. (Reimann's Färberzeitung, 1872, Nr. 3.)

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Man s. die Mittheilung der HHrn. von Baerle und Comp. im polytechn. Journal, 1871, Bd. CC S. 423.

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