Titel: Prüfung auf Holzzeug in Papier.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 203/Miszelle 11 (S. 157–158)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj203/mi203mi02_11

Prüfung auf Holzzeug in Papier.

Es ist bekannt, daß die Reaction der Anilinsalze auf Fichtenholz benutzt wird, um ein Papier qualitativ auf seinen Gehalt an Holzzeug zu prüfen (mittelst des schwefelsauren Anilins, nach Schapringer). Diese Prüfung hat sich in den Fabriken eingebürgert und sie gibt wohl auch bei gewöhnlichem Papier, das, wie manches Druckpapier, 40 und mehr Procent an Holzfaser enthält, einen Anhaltspunkt, um |158| Muster der Concurrenz rasch annähernd zu beurtheilen.39) Die Holztheile färben sich beim Betupfen des Papieres mit der Lösung eines Anilinsalzes schwefelgelb.

Nimmt man anstatt eines Anilinsalzes die Lösung eines Naphtylaminsalzes, z.B. von salzsaurem Naphtylamin, so erhält man eine entsprechende, aber viel intensivere Reaction, welche deßhalb den Vorzug vor der erstgenannten verdient. Die Holztheile zeichnen sich hierbei rasch und lebhaft orange, wogegen die gelbe Färbung mittelst eines Anilinsalzes matt und trübe erscheint.

Bemerkenswerth ist hier auch die Reaction, welche die Salze einer Base geben, die Volley aus dem Mononitroanthracen dargestellt hat. Dieselben färben Fichtenholz blutroth und dürfte diese Farbenerscheinung für obigen Zweck an Deutlichkeit noch die der Naphtylaminsalze übertreffen. Doch gehört diese vom Anthracen abstammende Base noch in den Bereich der Laboratoriumspräparate, während das Naphtylamin und seine Salze überall und leicht im Handel bezogen werden können. Dr. K. (Musterzeitung, Zeitschrift für Färberei etc., 1872 Nr. 3.)

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Wegen der Unsicherheit in der Anzeige des Holzstoffes im Papier durch schwefelsaures Anilin (da die durch schwefelsaures Anilin sich gelb färbende Substanz im Pflanzenreiche außerordentlich verbreitet ist), hat Dr. Jul. Wiesner auf die nothwendige Anwendung des Mikroskopes als Erkennungsmittel aufmerksam gemacht, welches außer der Sicherheit im Nachweise auch noch den Vortheil darbietet, nicht nur auf jene Art des Holzes, welche zur Bereitung des Papieres diente, zu führen, sondern auch den mechanischen Zustand in welchem die Faser im Papiere sich befindet, anzuzeigen; man s. polytechn. Journal, 1871, Bd. CCI. S. 156.

A. d. Red.

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