Titel: Verfahren zum Entkletten der Wolle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 203/Miszelle 14 (S. 159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj203/mi203mi02_14

Verfahren zum Entkletten der Wolle.

Man füllt ein hölzernes Gefäß mit lauwarmem Wasser, löst in diesem auf je 10 Pfd. Waare 2 Pfd. Alaun und setzt dann dem Wasser so viel Schwefelsäure zu, daß die Flüssigkeit 6° Baumé schwer wird. In das so hergestellte schwach saure Bad bringt man die gewaschene Stückwaare und läßt sie so lange darin liegen, bis man an der eingenähten Nummer des Stückes oder an größeren Kletten die Wirkung der Säure wahrgenommen hat. Hierauf wird die Waare aufgeschlagen und behufs gründlichen Ablaufens längere Zeit liegen gelassen. Man trocknet dann in einem möglichst heißen Raum und befreit sie hierauf in einer leichten Rauhmaschine oder scharfen Bürstmaschine von den gänzlich zerstörten Kletten. Nun erst wird die Waare nach Vorschrift eingewalkt und kann dann zu jeder beliebigen Farbe verwendet werden. Durch Erwärmen des Säurebades kann man allerdings eine radicalere Wirkung erzielen, doch wird dann auch leicht die Wollfaser angegriffen. Es ist also beim Einsäuren die größte Vorsicht anzuwenden. Stückwaare, welche baumwollene Kette hat, darf selbstverständlich diesem Proceß nicht ausgesetzt werden, da in solchem Fall mit den Kletten auch die Kette zerstört würde; hier müssen die Kletten schlechterdings fortgefärbt werden. (Reimann's Färberzeitung, 1872, Nr. 2.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: