Titel: Mineralische Baumwolle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 203/Miszelle 6 (S. 154–155)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj203/mi203mi02_6

Mineralische Baumwolle.

In der letzten Versammlung des Franklin Institute in Philadelphia zeigte Coleman Sellers eine Probe von einem auf neuem Wege gewonnenen Material, welches eine nützliche Anwendung in der Industrie gestattet. Das Product besitzt im Allgemeinen das Ansehen von Baumwolle, anstatt deren es zweifelsohne in gewissen Fällen mit Vortheil verwendet werden kann; bei genauerer Untersuchung gleicht es aber mehr gesponnenem Glase, was es in der That ist. Man erhält es, wenn man einen Dampfstrahl durch einen Strom flüssiger Schlacke entweichen läßt, wodurch dieselbe in die feinsten Fäden geblasen wird, welche manchmal eine Länge von zwei oder drei Fuß haben. Diese Fäden, obgleich etwas elastisch, lassen sich leicht in viel feinere zerbrechen, und da die Farbe derselben weiß ist, so hat eine compacte Masse davon das Ansehen der Baumwolle. Das sehr bedeutende Nichtleitungsvermögen |155| des Materiales für die Wärme, sowie der Umstand daß es eine große Menge Luft in seinen Zwischenräumen zurückhält, dürften es zur Benutzung als nichtleitende Umhüllung für Dampfkessel und Dampfröhren sehr geeignet machen, und über seine Verwendbarkeit zu diesem Zweck werden gegenwärtig Versuche angestellt. (Journal of the Franklin Institute Institute, December 1871, S. 361.)

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