Titel: Erfahrungen über die Aufbewahrung der Eier nach Violette.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 203/Miszelle 15 (S. 248)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj203/mi203mi03_15

Erfahrungen über die Aufbewahrung der Eier nach Violette.

Die meisten der bis jetzt in Vorschlag gebrachten Aufbewahrungsmethoden der Eier lassen viel zu wünschen übrig. Durch Eintauchen in Kalkwasser nehmen die Eier meist einen eigenthümlichen, unangenehmen Geschmack an. Salzwasser dringt durch die Poren der Schale; Asche, Kleie und Sägespäne verhindern das Austrocknen nur unvollständig.

Der Verfasser rieb je 10 Eier vermittelst des Fingers mit Leinöl, andere mit Mohnöl ein, andere überließ er sich selbst. Die mit einer dünnen Oelschicht überzogenen Eier stellte er neben einander, doch so, daß sie sich nicht berührten, auf eine mit einer Lage Sand bedeckte Platte, die Spitze nach oben gerichtet, und zwar nur so tief in den Sand, als erforderlich war, um sie am Umfallen zu verhindern. Die so vorgerichtete Platte blieb sechs Monate lang in einem Fache des Laboratoriums aufbewahrt und wurden die Eier dreimal gewogen. Die Versuche zeigten:

1) das nicht überzogene Ei verlor binnen 3 Monaten 11,4 Proc. und binnen 6 Monaten 18,1 Proc. seines anfänglichen Gewichtes; es war zur Hälfte leer und roch verdorben;

2) das mit Mohnöl überzogene Ei verlor binnen 3 Monaten 2,9 Proc. und binnen 6 Monaten 4,5 Proc. am Gewicht; es war noch voll, roch und schmeckte gut;

3) das mit Leinöl überzogene Ei verlor binnen 3 Monaten 2,2 Proc. und binnen 6 Monaten 3 Proc. am Gewicht; es war noch voll, roch und schmeckte untadelhaft. (Vierteljahresschrift für Pharmacie, 1871.)

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