Titel: Abtragung eines Schornsteines auf einem englischen Eisenwerke.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 203/Miszelle 3 (S. 321–322)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj203/mi203mi04_3

Abtragung eines Schornsteines auf einem englischen Eisenwerke.

Auf den Tees Iron works der HHrn. Gilkes, Wilson, Pease und Comp. zu Middlesbrough fiel dem Ingenieur Wood die Aufgabe zu, einen Schornstein zu demoliren und er löste dieselbe auf eine originelle Weise, wodurch ein rasches Abtragen und gleichzeitig möglichst geringe Beschädigung der Ziegel erreicht wurde, so daß letztere noch zu weiteren Bauzwecken verwendbar blieben. Auf die Sohle im Inneren des Schornsteines wurde ein luftdicht hergestellter Kasten gesetzt, welcher mit einer gut durch Kautschuk abgedichteten Thür versehen war. Eine hölzerne Röhre, am Deckel des Kastens befestigt, führte bis zur obersten Mündung des Schornsteines; dieselbe war 3 1/2 × 5 Zoll im Lichten, aus 1 1/8zölligen Bretern genagelt und an den Fugen mit etwas Bleiweißkitt (white lead) gedichtet. Die einzelnen Stücke, aus welchen die Röhre besteht, sind etwa 12 Fuß lang und durch gußeiserne Muffe und getheerte Seile verbunden. Wirft nun der Arbeiter, welcher oben am Schornstein demolirt, die Ziegel, welche eine Größe von 3 × 4 1/2 Zoll haben, in die Röhre, so ist hinreichend Spielraum, um so viel Luft entweichen zu lassen, daß diese herabfallen können; andererseis aber |322| ist jener nicht so groß, daß sich nicht ein Luftpolster bilden könnte, um die Ziegel vor dem heftigen Auffallen und daraus resultirender Beschädigung zu schützen.

Ist der Kasten voll, so gibt der Arbeiter unten jenem oben ein Zeichen mit dem Herabwerfen inne zu halten und fährt die Ziegel heraus. Der demolirende Arbeiter versetzt sein Gerüst selbst und verkürzt sich die Röhre durch Absägen nach Bedarf. (Nach Engineering; technische Blätter, 1871, Heft IV, S. 274.)

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