Titel: Ueber gefahrlose Fabrication und über Haltbarkeit der Schießbaumwolle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 203/Miszelle 8 (S. 324–325)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj203/mi203mi04_8

Ueber gefahrlose Fabrication und über Haltbarkeit der Schießbaumwolle.

In Folge der im vorigen Jahr in der Schießbaumwollfabrik von Prentice und Comp. zu Stowmarket vorgekommenen Explosionen hat die englische Regierung durch eine besondere Commission Erörterungen darüber anstellen lassen, ob die Herstellung und Verwendung der Schießbaumwolle so gefährlich sey, daß deßwegen von einer weiteren Benutzung derselben (wie seitens der österreichischen Regierung thatsächlich |325| geschehen ist) abzusehen sey. Die Commission faßt nun ihr Urtheil dahin zusammen, daß die comprimirte Schießbaumwolle,78) im Besonderen auch für militärische Zwecke, ein wirksames, zuverlässiges, sicheres, transportfähiges und bequem anzuwendendes Explosionsmittel sey; ein Grund, die Verwendung desselben aufzugeben, liege für das Kriegsministerium nicht vor. Der einzige mit Gefahr verbundene Proceß bei der Fabrication sey das Trocknen; bis zu diesem Fabricationsstadium enthalte die Masse 15 bis 20 Proc. Wasser. Allerdings ließen sich Bedenken gegen die Art erheben, wie das Trocknen in der durch Explosion zerstörten Fabrik zu Stowmarket ausgeführt worden sey, doch werde sich ohne Schwierigkeit eine Methode auffinden lassen, nach welcher der Proceß einfach und sicher in jeder beliebigen Localität ausgeführt werden könne. Was die Haltbarkeit der Schießbaumwolle betrifft, so besitzt das englische Kriegsministerium Proben, welche 9 Jahre alt und so gut wie neu hergestellte sind. (Mechanics' Magazine, Januar 1872, S. 47; deutsche Industriezeitung, 1879, Nr. 6.)

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Die Fabrication der comprimirten Schießbaumwolle nach Abel's Verfahren zu Stowmarket ist im polytechn. Journal Bd. CCII S. 374 beschrieben.

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