Titel: Verfahren zum Reinigen des Rohzuckers von einem Eisengehalt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 203/Miszelle 9 (S. 325)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj203/mi203mi04_9

Verfahren zum Reinigen des Rohzuckers von einem Eisengehalt.

A. Drummond und Sterry Hunt in Montreal, Canada, nahmen kürzlich für Amerika ein Patent auf ein Verfahren um den Zucker von einem Eisengehalt zu reinigen; zu diesem Zweck wenden sie Schwefelbarium oder Einfach-Schwefelcalcium in Verbindung mit schwefelsaurer Magnesia an.

Der Auflösung von Zucker (oder dem Syrup) setzt man so viel Kalkmilch zu, daß sie schwach alkalisch wird. Dann wird das Schwefelbarium oder Schwefelcalcium in Pulverform, vorzugsweise aber in Wasser aufgelöst, zugesetzt, indem man das Ganze bei einer Temperatur zwischen 38 und 65° C. tüchtig umrührt.

Wenn diese Lösung nun einem mit Bleizucker befeuchteten Papier eine dunkle Farbe ertheilt, so ist die Menge des Schwefelbariums (oder Schwefelcalciums) hinreichend; außerdem muß mehr zugesetzt werden. Nun wird schwefelsaure Magnesia in Lösung zugesetzt, indem man von diesem Salze anderthalb Pfund für jedes Pfund Schwefelbarium oder für jedes halbe Pfund Schwefelcalcium verwendet. Das Ganze wird tüchtig umgerührt und erhitzt.

Eine geringe Quantität Blut oder Eiweiß erleichtert die nachfolgende Filtration. Das Ganze wird nun durch ein Filter passirt und ist dann für den nachfolgenden Raffinirproceß fertig. In den meisten Fällen werden zwei oder drei Pfund Schwefelbarium (oder beiläufig halb so viel Schwefelcalcium) für die Tonne Zucker ausreichend seyn.

Die Theorie des Verfahrens ist folgende: Das Eisen, welches als Oxyd in dem Syrup in Lösung gehalten ist, wird durch das Schwefelbarium (oder Schwefelcalcium) in Schwefeleisen verwandelt, welches unlöslich ist. Der nachherige Zusatz von schwefelsaurer Magnesia verwandelt alles überschüssige Schwefelbarium (oder Schwefelcalcium) in ein sehr unbeständiges Schwefelmagnesium, während der Baryt, wenn solcher angewandt wurde, als ein ganz unlösliches Sulfat abgeschieden wird, welches, man mit dem Schwefeleisen durch Filtriren absondert. (Scientific American, Januar 1872, S. 67.)

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