Titel: Ueber die Bereitung von Branntwein aus Sägespänen; von C. G. Zetterlund.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 203/Miszelle 11 (S. 421–422)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj203/mi203mi05_11

Ueber die Bereitung von Branntwein aus Sägespänen; von C. G. Zetterlund.

Der Genannte hat in der Flechtenbrennerei zu Hulta einige Versuche angestellt, um Branntwein aus Sägespänen zu bereiten. Für diese Versuche wurde das Kochen in einem gewöhnlichen Flechtenkessel mit einem Dampfdruck von 0,116 Kilogrm. per Quadratcentimeter bewerkstelligt. Es wurden eingelassen:

9,0 Ctr. Sägespäne von Fichte und Tanne (sehr wasserhaltig),
0,7 Ctr. Salzsäure von 1,18 spec. Gewicht und
30,7 Ctr. Wasser (500 Kannen, ca. 1400 Quart),
––––––
zusammen 40,4 Centner.

Nach 8 1/2 stündigem Kochen enthielt die Sägespänmasse 3,33 Proc. Traubenzucker nach 11stündigem Kochen 4,38 Procent. Eine weitere Steigerung der Quantität des Traubenzuckers war nicht zu erlangen. Es waren also im Ganzen erhalten 4 38/100 . 40,4 = 1,77 Centner Traubenzucker, was 19,67 Proc. vom Gewicht der Sägespäne ausmacht. Die Säure in der fertig gekochten Sägespäne-Maische wurde |422| darauf mit Kalk neutralisirt, so daß die abgekühlte und zum Gähren fertige Maische 1/2° Säure nach Lüdersdorff's Säureprober enthielt. Die Maische hatte die Temperatur von 30° C. als die aus nur 20 Pfd Malzschrot bereitete Hefe zugesetzt wurde. Nach 96 Stunden war die Maische ausgegohren, und es wurde dann durch die Destillation eine Ausbeute von 26,5 Kannen (61 Quart) Branntwein von 50 Proc. bei + 15° C. erhalten, vollkommen frei von Terpenthingeruch und -Geschmack und im hohen Grade rein schmeckend.

Es ist mehr als glaublich, daß die Bereitung von Branntwein aus Sägespänen im großen Maaßstabe gelingen wird, wenn man durch fortgesetzte Versuche gefunden hat, mit wie viel Wasser man die Säure verdünnen muß, und wie lauge man das Sieden fortzusetzen hat. Denn diese beiden Factoren üben den größten Einfluß auf die Zuckerbildung aus.

Wenn es gelänge, die gesammte Cellulose der Sägespäne in Traubenzucker zu verwandeln, so würde man von jedem Centner lufttrockener Sägespäne wenigstens 12 Kannen (27,4 Quart) Branntwein von 50 Proc. bei + 15° C. erhalten. Die Sägespäne von Laubbäumen würden wahrscheinlich die besten Resultate liefern. (Aus Illustrerad Tekniska Tidning durch die Neue Zeitschrift für deutsche Spiritusfabrikanten.)

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