Titel: Der Einfluß salzhaltigen Wassers beim Färben und Bleichen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 203/Miszelle 14 (S. 422–423)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj203/mi203mi05_14

Der Einfluß salzhaltigen Wassers beim Färben und Bleichen.

Von einem unserer Mitarbeiter geht uns aus einer an der Ostsee gelegenen Stadt, deren Wasser Kochsalz und etwas Kalk enthält, die Notiz zu, er habe gefunden, |423| ein solches Wasser sey nicht nur nicht nachtheilig, sondern sogar im hohen Grade vortheilhaft für die Operation des Färbens und Bleichens. Während in der Baumwollfärberei öfter ein Unegalwerden der Garne vorkommt, ist unserem Correspondenten, seitdem er in jener Stadt, der Fall noch niemals vorgekommen, daß Garn unegal würde. Beim Abkochen der Baumwolle im Garn und Stück ergab sich, daß dieselbe schon halbweiß aus dem Kessel herauskam, also bei weitem Heller geworden ist, als beim Abkochen in gewöhnlichem, nicht salzhaltigem Wasser. Mit Recht schreibt unser Gewährsmann diese Erscheinung dem Umstande zu, daß salzhaltiges Wasser bei einer höheren Temperatur kocht als gewöhnliches. Anilinfarben wurden beim Färben mit salzhaltigem Wasser nach seiner Erfahrung schöner als mit gewöhnlichem, das Lichtblau gelang, wie er schreibt, niemals so gut als jetzt, wo er salziges Wasser anwendet, ebenso zeigt ein mit Dahlia B. B. gefärbtes Garn des Abends nicht die Spur eines röthlichen Scheines.

Sollte es diesen Erfahrungen gegenüber für Baumwollfärberei nicht gerathen seyn, der Färbeflotte wie dem Auskochwasser etwas Kochsalz hinzuzufügen? (Reimann's Färberzeitung, 1872, Nr. 9.)

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