Titel: Ueber das Glühen und Beizen des Eisendrahtes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 203/Miszelle 6 (S. 419)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj203/mi203mi05_6

Ueber das Glühen und Beizen des Eisendrahtes.

Das übliche Glühen des durch Ziehen hart gewordenen Drahtes in dichtverschlossenen gußeisernen Cylindern oder in ein oder zwei Blechtöpfen, welche noch in einen Gußeisentopf gesetzt werden, empfiehlt sich wegen leichterer Oxydation des Drahtes weniger, als das französische Verfahren, das Glühen in gut verschlossenen schmiedeeisernen Töpfen von 9 Linien Wandstärke vorzunehmen. Dieselben sind zwar theurer als gußeiserne, haben aber eine dreifache Dauer, lassen wegen größerer Dichte eine mindere Oxydation des Drahtes zu, haben größeren Fassungsraum und erfordern weit weniger Brennmaterial. Die Behandlung so geglühten langsam erkalteten Drahtes mit Säure zur Entfernung des Glühspanes ist nur in geringem Maaße nothwendig. Das Beizen mit Säuren verringert die Qualität des Drahtes, namentlich werden Stahldrähte dadurch noch leichter brüchig, als Eisendrähte. In Altena lockert man durch Schwefelsäure nur den Glühspan etwas auf und entfernt denselben dann auf Polterbänken. In Frankreich erhitzt man die Beize durch in Bleiröhren zugeleiteten Wasserdampf schärfer, um schon im Beizbottich den Glühspan vom Draht zu entfernen, worauf letzterer in einem Bottich von einem Wasserstrahl stark abgespritzt und dann in erhitztes Kalkwasser getaucht wird, aus welchem derselbe trocken hervorgeht. Salzsäure lockert den Glühspan rascher als Schwefelsäure, ist aber meist theurer, v. Schwarz. (Kärnther Zeitschrift, 1872 S. 10.)

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