Titel: Ueber das Aurin; von R. S. Dale und C. Schorlemmer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 203/Miszelle 13 (S. 505–506)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj203/mi203mi06_13

Ueber das Aurin; von R. S. Dale und C. Schorlemmer.

Um reines Aurin darzustellen, löst man das Handelsproduct in heißem Weingeist und setzt zu der concentrirten Lösung weingeistiges Ammoniak. Eine in Weingeist unlösliche, krystallinische Verbindung von Aurin und Ammoniak scheidet sich aus, während die anderen im Rohproduct enthaltenen Körper in Lösung bleiben. Der Niederschlag wird vermittelst der Bunsen'schen Filtrirpumpe mit Weingeist gewaschen. Der Luft ausgesetzt, dunstet aus dieser Verbindung fortwährend Ammoniak ab, und zuletzt bleibt reines Aurin zurück, welches man natürlich rascher erhält, wenn man den Körper mit verdünnter Essigsäure behandelt.

In ihrer letzten Abhandlung (polytechn. Journal, 1871, Bd. CCI S. 373) haben die Verf. Analysen des aus Essigsäure krystallisirten Aurins mitgetheilt. Die daraus berechneten Formeln bedürfen jedoch einer Berichtigung. Die so erhaltenen Präparate halten selbst bei höherer Temperatur hartnäckig Wasser und Essigsäure zurück.

Aus heißer concentrirter Salzsäure krystallisirt das Aurin in haarförmigen, rothen Nadeln, welche bei 100° C. getrocknet, noch Salzsäure enthalten, und selbst wenn man verdünnte Auflösungen von Aurin in Natronlauge mit verdünnter Salzsäure fällt, erhält man ein Präparat, aus welchem Wasser nicht alle Salzsäure auswäscht.

Bei der freiwilligen Verdunstung einer weingeistigen Lösung krystallisirt das Aurin in matt rothen Nadeln mit grünem Flächenglanz. Die bei 110° getrocknete Verbindung enthält keinen Weingeist, aber noch Wasser, welches erst zwischen 140 und 180° entweicht; die Krystalle verändern dabei ihr Ansehen nicht und können selbst bis 200° erhitzt werden, ohne weitere Veränderung zu erleiden. Die Analyse des bei 2000 getrockneten Aurins macht die Formel C²⁰H¹⁴O³ * sehr wahrscheinlich, und wenn dieselbe richtig ist, hätte man folgende Gleichung für die Entstehung des Aurins:

3C⁶H⁶O + C²O² = C²⁰H¹⁴O³ + 2H²O.

Die bei 110° getrocknete Verbindung enthielt 5,4 Proc. Wasser, was der Formel C²⁰H¹⁴O³ + H²O entspricht. Die Analysen von Fresenius, der sein Präparat bei 1000 getrocknet hat, stimmen mit der Formel C²⁰H¹⁴O³ + 2 1/2 H²O.

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Erhitzt man Aurin mit weingeistiger Ammoniaklösung auf 140°, so bildet sich das sogenannte rothe Corallin, welches auf Seide und Wolle einen rötheren Ton färbt als das gelbe Corallin. Auch diesen Körper haben die Verf. in schönen Krystallen erhalten. (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft zu Berlin, 1871, Nr. 18.)

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C – 12, O = 16.

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