Titel: Das Bläuen der Baumwolle mit Anilinblau.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 203/Miszelle 15 (S. 506)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj203/mi203mi06_15

Das Bläuen der Baumwolle mit Anilinblau.

Zu einer Partie von 400 Pfd. Waare löst man 2 Loth in Wasser lösliches Anilinblau in 1 Eimer kochendem Wasser auf.

Diese Auflösung theilt man in 200 gleiche Theile. Dich geschieht am besten, indem man die Lösung nach Litern ausmißt und von jedem Liter je 5 Kubikcentimeter nimmt. Andererseits löst man 1/2 Pfd- Alaun in Wasser auf und theilt diese Lösung in gleicher Art in 20 gleiche Theile. Wenn dieß geschehen, füllt man ein passendes Gefäß mit 6 bis 8 Eimern Wasser von etwa 30° R. Man setzt diesem Bade 1/200 der Blaulösung und 1/20 Alaun hinzu, rührt um und nimmt 2 Pfd. Garn hindurch. Man drücke das Garn einige Male auf und nieder, nehme heraus und winde ab. Man setzt nun wieder 1/200 Blaulösung hinzu und nimmt wieder 2 Pfd. Garn hindurch u.s.f.

Nachdem 20 Pfd. hindurchgenommen sind, gebe man wieder 1/20 der Alaunlösung hinzu, sowie einen Eimer heißes Wasser, um die von dem Garn herausgenommene Quantität Wasser, sowie die Wärme wieder zu ersetzen. So verfährt man, bis die 400 Pfd. Garn zu Ende sind. Sobald das Garn aus der Anilinblaulösung kommt, wird es sofort abgerungen. Es kann 1 Mann ganz bequem so viel Garn durch das Anilinblau hindurchnehmen, als 3 Mann abwinden können.

Für Stück Waare bereitet man das Bad natürlich in einem Rollenständer, durch welchen man die Waare hindurchlaufen läßt. Auch hier gebe man, sobald ein Theil der Waare hindurchgelaufen ist, neue Alaun- und Anilinblau-Auflösung dem Wasser hinzu. Das Abwinden wird in diesem Falle durch Abquetschen ersetzt. (Reimann's Färberzeitung, 1872, Nr. 11.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: