Titel: Verfahren zur Asphaltpapier-Fabrication; von Friedrich Pastor in Crefeld.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 203/Miszelle 17 (S. 507)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj203/mi203mi06_17

Verfahren zur Asphaltpapier-Fabrication; von Friedrich Pastor in Crefeld.

Die Fabrication dieses Verpackungs-Materiales (eigene Erfindung) ist so einfach und überraschend productiv, daß sie die bisher bekannte Methode der Fabrication von Wachspapier gänzlich verdrängt; man ist im Stande vermittelst einer Maschine, welche der Erfinder zu 200 Thlrn. liefert, bis zu 10,000 Ellen pro Tag zur Versendung fertiges Material darzustellen, welches insofern werthvoller ist als Wachspapier, weil es ganz wasserdicht und zudem noch mindestens 30 Proc. billiger ist.

Man kann dazu jede Sorte Rollerpapier benutzen, wobei jedoch zu wünschen, daß es möglichst gleichmäßig fabricirt ist; eine Rolle von circa 1500 Ellen, oder 30 bis 40 Pfd. schwer, wird vermittelst einer Stange, welche durchgeht, an zwei vorderen Lagern der Maschine angebracht, das Ende des Papieres streift über einen durch Dampf oder Bolzen erwärmten Tambour, über welchem ein Abstreichmesser steht, vor dem der geschmolzene Asphalt mit Löffeln aufgeschüttet wird, so daß die Masse etwa 2 Zoll hoch vorliegt; an den Seiten befinden sich Absteller, damit jene nicht herunterläuft, so daß sich also eine Kante (nicht gestrichene) bildet. Sowie das Papier hinter das Messer tritt, welches richtig gestellt seyn muß, ist es gleichmäßig überzogen; durch die Wärme des Papieres verbindet sich der Asphalt mit den Fasern desselben und bildet je nach dem Wärmegrad sowie der Spannung einen mehr oder weniger dicken Ueberzug, welcher durch das sofortige Erkalten trocken und fertig ist; auf diesem letzteren Princip beruht die ganze Erfindung.

Das so gestrichene Papier passirt nun noch einige Rollen der Maschine bis zum vollständigen Erkalten und wickelt sich dann auf eine letzte Rolle auf; die Geschwindigkeit beträgt dabei 60 Ellen per Minute.

Die Ueberzugs-Masse besteht aus purem Asphalt von Steinkohlentheer, der indeß nicht allzu hart abgekocht seyn darf; ist Letzteres der Fall so wird etwas Terpenthinöl zugesetzt. 1 Liter Asphalt kostet 1 1/3 Thlr. und genügt für über 1000 Ellen.

Nach dieser Darstellung wird es wohl jedem einigermaßen praktischen Fabrikanten ermöglicht, sich das Material leicht herzustellen; der Verfasser dieses hat aus dem Grunde die Fabrication nicht cultivirt, weil sie sich nicht mit seinem anderweitigen Appretur-Geschäft für Seide verträgt, und beschränkt sich auf allenfallsige Lieferung von Maschinen, sowie die dazu gehörige gründliche Anleitung. Die Maschine bedarf nur eines Raumes von 12 Quadratfuß und kann jeder größere Consument von Wachspapier mit Vortheil sich das Papier selbst herstellen. (Musterzeitung, Zeitschrift für Färberei etc., 1872, Nr. 7.)

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