Titel: Darstellung des wasserfreien Eisenoxyduls nach einer neuen Methode und Eigenschaften desselben; von G. Tissandier.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1872, Band 203/Miszelle 5 (S. 500)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj203/mi203mi06_5

Darstellung des wasserfreien Eisenoxyduls nach einer neuen Methode und Eigenschaften desselben; von G. Tissandier.

Die neue Methode zur Darstellung des wasserfreien Eisenoxyduls besteht darin, Kohlensäuregas auf zum Rothglühen erhitztes Eisen wirken zu lassen, wobei die Reaction ist: Fe + CO² = FeO + CO.

Damit die Darstellung gut gelingt, ist es nothwendig dem Kohlensäurestrom eine große Eisenoberfläche auszusetzen; man preßt daher in ein ziemlich weites Porzellanrohr Bündel von sehr feinen und zu Spiralen gerollten Eisendrähten; dieses Porzellanrohr muß zum lebhaften Rothglühen erhitzt werden, und der Kohlensäurestrom ein sehr rascher seyn. Um das erzeugte Oxydul zu sammeln, werden die oxydirten Eisenspiralen gerade gerichtet und mit einer Drahtbürste gekratzt.

Das so erhaltene wasserfreie Eisenoxydul ist schwarz, glänzend und von krystallinischem Ansehen. Vom Magnet wird es angezogen. An der Luft bleibt es unverändert; wenn man es aber in Berührung mit der Luft zum lebhaften Rothglühen erhitzt, so nimmt es im Verhältniß von 7,40 auf 100 an Gewicht zu und verwandelt sich in das dem Magneteisenstein entsprechende Eisenoxyduloxyd (Fe³O⁴).

Das wasserfreie Eisenoxydul löst sich sehr leicht in Salzsäure, und in Salpetersäure; die Schwefelsäure wirkt selbst in der Wärme nicht auf dasselbe.

Ich habe durch einen Versuch gefunden daß das wasserfreie Eisenoxydul den Wasserdampf unter dem Einfluß der Wärme nach folgender Reaction zersetzt:

3 FeO + HO = Fe³O⁴ + H

Das wasserfreie Eisenoxydul wurde zuerst von Debray erhalten, indem er ein Gemisch von Kohlensäure und Kohlenoxyd über zum Rothglühen erhitztes Eisenoxyd leitete; das so dargestellte Product ist aber amorph. (Comptes rendus, t. LXXIV p. 531; Februar 1872.)

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