Titel: Flynn's Dampfkesselsystem.
Autor: Flynn,
Fundstelle: 1872, Band 206, Nr. CXIII. (S. 425–426)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj206/ar206113

CXIII. Flynn's Dampfkessel-System.

Aus dem Scientific American, September 1872, S. 198.

Mit Abbildungen auf Tab. IX.

Der Dampfkessel welchen sich Daniel Flynn (Fall River, Mass.) am 15. Nov. 1870 in Amerika patentiren ließ, wo er in vielen großen Fabriken in Gebrauch ist, gehört in die Kategorie der senkrechten Röhrenkessel. Wenn auch dem ersten Anschein nach etwas complicirt, gewährt er doch andererseits den Vortheil einer möglichst vollständigen Nutzbarmachung der Wärme mittelst einer großen Heiz- und Rostfläche, sowie erhöhter Sicherheit und leichter Zugänglichkeit behufs der Reparaturen. Fig. 8 stellt denselben zum Theil in der Seitenansicht, zum Theil im senkrechten Durchschnitte, Fig. 9 im Horizontaldurchschnitte nach der Linie XY dar.

A (Fig. 8) ist der Rost, B die Feuerkammer, C der innere, C' der äußere Mantel. Die Verbrennungsproducte nehmen ihren Weg in der Richtung der Pfeile von B zunächst durch die Siederöhren a, a, a, a in die Mischungskammer E, von dieser durch die weiten Oeffnungen F, F, F und gelangen, nachdem sie einen Theil ihrer Wärme abgegeben haben, in den von dem conischen Gehäuse P umschlossenen Raum G. Von hier streichen sie abwärts durch die Siederöhren b in eine von einem conischen Mantel Q umschlossene ringförmige Kammer H. Durch den äußeren Kreis von Siederöhren c steigen die Gase in den weiten Raum I und entweichen schließlich durch den Schornstein.

Ein specieller Vortheil liegt in der Anordnung der Wasserräume. Von der Feuerkastendecke erstreckt sich eine Centralkammer bis zur Kammer E. Hier geht sie in die Röhre W über, welche am Boden des Dampfdomes S endigt. Das obere Ende dieser Röhre ist mit einem siebartig durchlöcherten Deckel V versehen, welcher eine zu heftige Strömung |426| aus der unteren Kammer nach oben verhütet. In Verbindung mit den übrigen zwischen den Röhrensystemen enthaltenen, die Feuerkammer sowie die Kammer E umgebenden und den unteren Theil des Dampfdomes einnehmenden Wasserräumen trägt diese Centralkammer zu der ohnehin ausgedehnten Trennungsfläche wesentlich bei, so daß eine rasche Dampfentwickelung erzielt wird, ohne daß dieselbe eine Ueberführung von Wasser in die Dampfröhren im Gefolge hätte.

Für die Zugänglichkeit aller Theile des Kessels behufs der Reparatur und Reinigung ist ausreichend gesorgt. Nach Abnahme der Deckel Q lassen sich die Röhren b und c leicht reinigen. Durch die Thür L ist der Raum I und von diesem aus durch die Thür P die Kammer G zugänglich, während man durch die Oeffnung O in das Innere des Domes gelangt.

U ist die Dampfröhre, deren Ende T innerhalb des Domes aufwärts gebogen ist. Die auf der linken Seite der Abbildung sichtbaren Probirhähne nebst Wasserstandsglas bedürfen keiner näheren Erläuterung.

Bezüglich der Leistungen des in Rede stehenden Dampfkessels liegen die befriedigendsten Zeugnisse vor. Größere Kessel geben in Folge der großen Heizfläche und der stattlichen Dimensionen des Rostes, in 30 Minuten, kleinere schon in 18 Minuten Dampf. Der Verbrauch an Brennmaterial übersteigt nicht 2 1/2 Pfund Kohle per Pferdekraft und Stunde. Aus der inneren Einrichtung des Kessels kann jeder Mechaniker auf dessen Sicherheit bezüglich der Explosionsgefahr schließen. Das Volumen des an sich bedeutenden Dampfraumes läßt sich durch entsprechende Erhöhung des Domes vergrößern. Der äußere Mantel hält die heißen Gase welche den inneren Dampferzeuger umgeben, zusammen, so daß ihre Wärme so vollständig als möglich verwerthet wird; dieß geht schon daraus hervor, daß der Mantel nie so heiß wird, daß auf seinem äußeren Anstrich Blasen zum Vorschein kämen, und es ist uns ein Fall bekannt, wo ein 30pferdiger Dampfkessel 2 1/2 Jahre in Betrieb war, ohne daß sein Anstrich gelitten hätte.

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